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Sinnflutartige Regenbrüche: Sechs Meter hohe Sturmflut droht

zuletzt aktualisiert: 24.09.2005 - 11:47

Miami/Beaumont (rpo). Mit Geschwindigkeiten bis knapp 200 Kilometer pro Stunde hat der Wirbelsturm "Rita" am Samstagmorgen die Küste des US-Staates Texas erreicht. Das Auges des Hurrikans traf um 03.38 Uhr Ortszeit (09.38 MESZ) östlich der Ortschaft Sabine Pass auf Land, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami mitteilte.

Heftige Regenfälle bis zu 60 Zentimetern und eine sechs Meter hohe Sturmflut drohten das Küstengebiet von Texas und Louisiana zu überschwemmen. Gefährdet waren auch die Ölraffinerien am Golf von Mexiko. Wegen seiner geringeren Geschwindigkeiten wurde der Hurrikan in die Kategorie 3 herabgestuft, doch warnten Meteorologen weiterhin vor seiner Wucht.

"Rita" bewegte sich Richtung Nord-Nordwest. Nach jüngsten Berechnungen wurde nicht mehr ausgeschlossen, dass die texanische Metropole Houston und das vorgelagerte Galveston nicht so stark getroffen werden könnten wie zunächst befürchtet. Große Gefahr bestand jedoch für die texanischen Erdölstädte Beaumont und Port Arthur sowie für Lake Charles und Cameron im Nachbarstaat Louisiana. Dort war auch New Orleans abermals in Mitleidenschaft gezogen.

Wassermassen strömten am Freitagabend in Stadtbezirke, die vor vier Wochen schon vom Wirbelsturm "Katrina" verwüstet und gerade erst leer gepumpt worden waren. Im Armenviertel Ninth Ward brach die Flut durch mindestens 30 Meter breite Lücken im Deich herein, und binnen kürzester Zeit stand das Wasser schon einen Meter hoch. Im Stadtteil Gentilly südlich der Universität von New Orleans erreichte der Wasserstand nach dem zweiten Deichbruch immerhin eine Höhe von 20 Zentimetern. Dennoch erklärten Ingenieure der Streitkräfte die übrigen Deiche für weitgehend sicher. Deshalb bestehe vorerst keine Gefahr, dass die ganze Stadt überschwemmt werden könnte.

Meteorologen rechneten bis auf weiteres nicht mit einem Abklingen des heftigen Regens. Deshalb wurden vor allem im Südwesten von Louisiana weitere Überschwemmungen erwartet. Die Befürchtungen waren umso größer, als "Rita" praktisch still stehen und damit sintflutartige Regenfälle über mehrere Tage hinweg auslösen könnte.

Die Regierung in Washington rief einen Gesundheitsnotstand für Texas und Louisiana aus. Damit wurde eine unbürokratischere medizinische Betreuung möglicher Opfer des Wirbelsturms möglich. Die Ankündigung von Gesundheitsminister Mike Leavitt gehörte zu einer Reihe Maßnahmen, mit der Washington bei der Bevölkerung der bedrohten Regionen Flagge zeigen wollte - insbesondere nach der Kritik am zögerlichen Handelns beim Hurrikan "Katrina" vor vier Wochen.

US-Präsident George W. Bush wollte ursprünglich am Freitagabend in seinen Heimatstaat Texas fliegen, um sich ein Bild der dortigen Lage zu verschaffen. Er verschob die Reise jedoch kurzfristig. Nach Regierungsangaben wollte Bush bei den Evakuierungsmaßnahmen nicht im Wege stehen.

Bei Dallas waren zuvor mindestens 24 Hurrikan-Flüchtlinge ums Leben gekommen, nachdem ihr Bus in Brand geraten war. Nach Angaben der Polizei könnte von den älteren Fahrgästen benutzter Sauerstoff das Feuer angefacht haben.

Quelle: ap

 
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