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USA
Frau will Seehund-Welpen helfen und macht alles falsch

Seehund-Welpe stirbt in USA nach fälschlicher Rettung vom Strand
Dieses Foto des Seehund-Welpen wurde erst jetzt von den Behörden veröffentlicht. Sie warnen vor voreiligen Rettungsaktionen. FOTO: ap, ET
Westport/Washington. In den USA musste ein Seehund-Welpe von Beamten eingeschläfert werden, nachdem er von einer Frau an einem Strand eingesammelt worden war. Die Frau hatte geglaubt, dass das Jungtier von seiner Mutter verlassen worden sei. Von Leon Tannis

Der Vorfall ereignete sich im Mai, als die Frau den jungen Seehund an einem Strand in der Nähe von Westport im US-Bundesstaat Washington entdeckte. Weil sie glaubte, dass der Welpe von seiner Mutter verlassen worden sei, nahm die Frau das Tier in einer Shoppingtüte mit, sagte ein Sprecher der Seebehörde (NOAA) gegenüber dem US-Sender ABC News.

Seehund war schon beim Transport sehr schwach

Anschließend nahm die Frau den Seehund mit zu sich nach Hause und war zunächst ratlos. Sie wusste nicht, wie sie sich um ihn kümmern sollte und was sie für ihn tun könnte. Später rief sie der Behörde zufolge bei einem Aquarium in ihrer Nähe an und bat um Hilfe.

Der Sender zitiert den Direktor des Aquariums. Als er den Welpen auf der Terrasse der Frau gesehen habe, sei das Tier zwar noch am Leben aber "extrem teilnahmslos" gewesen. Seehunde würden es normalerweise gar nicht mögen, wenn man sich ihnen nähert. Sie würden flüchten und sich teils sogar wehren. Dieses Tier sei jedoch so schlapp gewesen, dass es sich beim Transport angefühlt habe, als würde man ein schlafendes Menschen-Baby tragen.

Der Direktor und die Beamten der örtlichen Umweltbehörde hätten gehofft, dass sie den Welpen wieder an den Ort bringen könnten, an dem ihn die Frau gefunden hatte. Allerdings habe er kaum noch Reaktionen gezeigt und es sei viel Zeit seit dem Fund vergangen. Deshalb hätten sie sich dazu entschieden, dass es das menschlichste sei, das Tier einzuschläfern.

Behörde warnt vor voreiliger Rettung

Eine Mitarbeiterin der NOAA sagte, dass man eine solche Entscheidung, ein Tier einzuschläfern, nicht leichtfertig treffe. Doch in diesem Fall sei der Welpe in einer so schlechten Verfassung gewesen, dass seine Überlebenschancen extrem niedrig gewesen wären.

Obwohl sich der Vorfall schon im Mai ereignete, bekam die tragische Geschichte erst jetzt größere Aufmerksamkeit. Die NOAA veröffentlichte in dieser Woche eine Pressemitteilung, in der sie lokale Bewohner darauf hinwies, dass sich zur Zeit immer mehr solcher Vorfällen ereignen würden. Laut der Pressemitteilung könnte man Meeressäugern am besten helfen, indem man sie in Ruhe lässt und, wenn möglich, 100 Meter Abstand hält.

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