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Boris Tadic Massaker 1991 afp 2010 Panorama
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Geste der Versöhnung für 1991: Serbiens Präsident entschuldigt sich für Massaker

zuletzt aktualisiert: 04.11.2010 - 17:19

Vukovar (RPO). Als Geste der Versöhnung hat sich Serbiens Präsident Boris Tadic am Donnerstag für das Massaker serbischer Truppen in der ostkroatischen Stadt Vukovar vor 19 Jahren entschuldigt. "Ich bin hier, um der Opfer zu gedenken und Worte der Entschuldigung und des Bedauerns zu äußern", sagte Tadic bei seinem historischen Besuch in Vukovar. Seine Reise wurde als Annäherung beider Länder gewertet, allerdings gab es auch Proteste.

Serbian President Boris Tadic (L) pays tribute on November 4, 2010, at Ovcara memorial site, to some 200 Croat civilians and prisoners of war killed by Serb forces when they captured the town of Vukovar in November 1991, after a brutal three-month siege. Serbian President Boris Tadic apologised for the abuses committed in the Croatian town of Vukovar by Belgrade-controlled Yugoslav forces who massacred some 200 people in 1991.The eastern city near the Serbian border withstood a three-month siege by the Yugoslav People's Army (JNA) backed by rebel ethnic Serbs of Croatia.  AFP PHOTO/ STRINGER Foto: AFP, AFP
Serbian President Boris Tadic (L) pays tribute on November 4, 2010, at Ovcara memorial site, to some 200 Croat civilians and prisoners of war killed by Serb forces when they captured the town of Vukovar in November 1991, after a brutal three-month siege. Serbian President Boris Tadic apologised for the abuses committed in the Croatian town of Vukovar by Belgrade-controlled Yugoslav forces who massacred some 200 people in 1991.The eastern city near the Serbian border withstood a three-month siege by the Yugoslav People's Army (JNA) backed by rebel ethnic Serbs of Croatia. AFP PHOTO/ STRINGER Foto: AFP, AFP

Mit seiner Entschuldigung wolle er die Voraussetzung dafür schaffen, "dass Serbien und Kroatien ein neues Kapitel aufschlagen können", ergänzte der serbische Staatschef, der an der Seite seines kroatischen Kollegen Ivo Josipovic an einer Gedenkfeier für die Opfer von Vukovar teilnahm. Serbien wolle den Weg für "Vergebung und Versöhnung" ebnen, indem es die in Vukovar begangenen Gräueltaten eingestehe, sich dafür entschuldige und sie bedaure.

Vukovar war nach der Abspaltung Kroatiens von Jugoslawien zu Beginn des Kroatienkrieges (1991-1995) im November 1991 von Truppen der serbisch dominierten jugoslawischen Armee und von paramilitärischen serbischen Einheiten eingenommen worden. Die Stadt mit ursprünglich 45.000 Einwohnern wurde durch die Belagerung praktisch vollständig zerstört. Mehr als 1100 Zivilisten wurden während der Besatzung getötet; 5000 weitere als Gefangene nach Serbien verschleppt. Bis heute gelten 460 Menschen aus Vukovar als vermisst.

Als das dunkelste Kapitel des Krieges gilt das Massaker an Zivilisten und Kriegsgefangenen, die in einem Krankenhaus der Stadt Zuflucht gesucht hatten. Von dort verschleppten serbische Truppen damals 264 Menschen auf eine abgelegene Schweinefarm in der Nähe der Stadt. Diese wurden dort erschossen und in einem Massengrab verscharrt. Bis heute wurden die sterblichen Überreste von 192 Opfern identifiziert. Das Massaker gilt als eines der schwersten Kriegsverbrechen nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa.

Die Beziehungen zwischen Kroatien und Serbien haben sich seit dem Ende des Krieges schrittweise verbessert, vor allem unter Tadic und Josipovic. Beide wollen ihr Land in die Europäische Union an und appellieren an eine Aussöhnung auf dem Balkan. Mit ihrem symbolischen Besuch in Vukovar wollten sie zeigen, dass auch eine "andere Politik des Friedens und der Freundschaft möglich ist", sagte Josipovic. Beide Staatschefs seien sich ihrer "Verantwortung für die Zukunft unserer Völker und unserer Länder" bewusst.

Tadic war der erste serbische Präsident, der nach Vukovar reiste. Sein Besuch gilt deshalb als historisch und wurde vielfach als weiterer Schritt der Annäherung beider Länder gedeutet. Allerdings war die Reise in Kroatien nicht unumstritten. Rund 50 Menschen protestierten am Donnerstag an der Straße von Vukovar zu der früheren Schweinefarm, die inzwischen eine Gedenkstätte ist, gegen den Besuch Tadics.

Quelle: AFP/nbe

 
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