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Unterfinanzierung
Gefängnissen in Simbabwe fehlt Essen und Geschirr

Simbabwe: Gefängnissen fehlt Geschirr
FOTO: dpa, Jim Lo Scalzo
Harare. Auf 40 Insassen kommt in Gefängnissen in Simbabwe lediglich ein Teller: Es fehlt nicht nur an Essen, sondern auch Geschirr - und in diesem Jahr können die Gefängnisse keine Teller mehr kaufen, da die Mittel gestrichen wurden. Die Behörden hoffen auf Spenden.

Den chronisch unterfinanzierten Gefängnissen in Simbabwe fehlt nicht nur das Essen für ihre Insassen, zunehmend werden auch die Teller knapp. Besonders betroffen seien die Schwerverbrecher in den Sicherheitsgefängnissen des Landes, sagte die Sprecherin der Gefängnisbehörde, Elizabeth Banda. Dort gebe es teilweise nur einen Teller für 40 Häftlinge.

"Es ist eine verzweifelte Situation". Weil Mittel gestrichen wurden, könnten die Gefängnisse in diesem Jahr keine Teller mehr nachkaufen. Die Behörde hoffe nun auf Spenden von Angehörigen oder anderen.

Seit Jahren klagen Gefängnisinsassen und auch Wärter zudem über das knappe Essen in den Haftanstalten Simbabwes. Im März kam es im größten Hochsicherheitsgefängnis des Landes deshalb zu einem Aufstand, bei dem fünf Gefangene erschossen wurden. Bei einer Befragung im Parlament sagte der Behördenvertreter Gilbert Marange später aus, dass die Häftlinge dort drei Jahre lang kein Fleisch mehr bekommen hätten, bis die Nationalparks schließlich 250 Kilogramm gespendet hätten.

(jf, ap)
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