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Sechs Millionen Betroffene
Skandal um mit Blei verseuchtes Wasser in USA weitet sich aus

Sechs Millionen Betroffene: Skandal um mit Blei verseuchtes Wasser in USA weitet sich aus
In den USA gibt es einen Skandal um mit Blei verschmutztes Trinkwasser. FOTO: dpa
Flint. Der Skandal um mit Blei verseuchtes Trinkwasser in den USA ist vermutlich größer, als bisher öffentlich bekannt. Etwa sechs Millionen Menschen sollen betroffen sein. Es sollen 42-mal höhere Werte als der erlaubte Grenzwert gemessen worden sein.

Wie die Zeitung "USA Today" am Donnerstag unter Berufung auf eigene Recherchen berichtete, sind rund sechs Millionen US-Bürger betroffen. In etwa 2000 Wasserverteilungssystemen seien Bleiwerte gemessen worden, die über den von der Umweltschutzbehörde EPA empfohlenen Grenzwerten lägen. Betroffen seien alle 50 Bundesstaaten.

Das Problem der Bleikontamination hat damit offenbar weitaus größere Dimensionen als bislang bekannt. In den vergangenen Monaten hatten die Zustände in der Stadt Flint im Bundesstaat Michigan die Aufmerksamkeit der US-Öffentlichkeit auf das Problem gelenkt. Wegen der Verseuchung des Trinkwassers in der 100.000-Einwohner-Stadt rief Präsident Barack Obama im Januar den Notstand in Michigan aus.

Bei Kindern in Flint waren deutlich erhöhte Bleiwerte festgestellt worden, viele Einwohner klagen über Hautausschlag, Erbrechen und Haarausfall. Kinder sind besonders empfindlich für die Wirkungen des Gifts. Blei kann sogar dauerhafte Lern- und Verhaltensprobleme verursachen. Laut "USA Today" versorgen etwa 350 der landesweit von der Bleikontaminierung betroffenen Wasserversorgungssysteme auch Schulen und Kitas.

Bleigehalt 42-mal höher als der Grenzwert

Die Zeitung berichtete von dem Fall einer Grundschule im Bundesstaat Maine an der Nordostküste, wo der gemessene Bleigehalt 42 Mal so hoch gewesen sei wie der EPA-Grenzwert. In einer Kita im Bundesstaat Pennsylvania an der Ostküste habe der Wert um das 14-fache über der Norm gelegen.

In Flint geht die Bleikontamination auf Sparmaßnahmen zurück. Die Stadtverwaltung hatte im April 2014 damit begonnen, Wasser aus dem Flint-Fluss zur Trinkwasseraufbereitung zu nutzen. Zuvor war Trinkwasser aus Detroit bezogen worden. Laut einer Klage von Bürgerrechtlern genehmigte die Umweltbehörde des Bundesstaates den Schritt, obwohl die Kläranlage der Stadt das Flusswasser nicht entsprechend den Trinkwasservorschriften aufbereiten kann.

Im Kongress in Washington stand am Donnerstag eine Anhörung zu den Zuständen in Flint auf der Tagesordnung, zu der unter anderem der Gouverneur von Michigan, Rick Snyder, geladen war.

dja/yb

AFP

(AFP)
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