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Doppelmord in der Slowakei
Getöteter Journalist arbeitete an Bericht über die Mafia

Slowakei: Gemordeter Journalist arbeitete an Bericht über die Mafia
Innenminister Robert Kalinak ließ eine Belohnung von einer Million Euro für Hinweise auf den oder die Täter ausschreiben. FOTO: dpa, WA nwi kno
Bratislava. Der ermordete slowakische Enthüllungsjournalist Jan Kuciak hat zuletzt an einem Bericht über die Tätigkeiten der italienischen Mafia in seiner Heimat und deren Verbindungen zu Regierungsbediensteten gearbeitet. Ein letzter, unfertiger Artikel wurde jetzt im Netz veröffentlicht.

Die Leichen des 27-Jährigen und seiner Freundin waren am Sonntagabend in ihrem Haus in Velka Maca gefunden worden. Kuciaks Bericht beschreibt die Aktivitäten von Mitgliedern der italienischen 'Ndrangheta in der Ostslowakei und die Geschäftsbeziehung eines Mitglieds der Verbrecherorganisation zu einer Beraterin des Ministerpräsidenten Robert Fico und einem weiteren Mitarbeiter des Regierungschefs.

Der ermordete Journalist Jan Kuciak. FOTO: dpa, WA nwi

Beschrieben werden unter anderem die landwirtschaftlichen und immobilienwirtschaftlichen Aktivitäten eines in der Slowakei lebenden Italieners, von dem vermutet wird, dass er der Verbrecherorganisation angehört. Kuciak benennt dessen Geschäftsverbindungen zu Maria Troskova, einem ehemaligen Model, die nun hochrangige Regierungsberaterin ist, und zu Viliam Jasan, der im slowakischen Sicherheitsrat eine Führungsposition hat.

Nachdem Teile der Geschichte am Dienstag auf "Aktuality.sk" und in der Zeitung "Sme" erschienen waren, wies Fico die Berichte zurück. "Sie bringen unschuldige Personen ohne jegliche Belege in Verbindung mit einem Doppelmord", sagte er. "Tun Sie das nicht."

Marek Madaric, Kulturminister der Slowakei, erklärt bei einer Pressekonferenz seinen Rücktritt. FOTO: dpa, wa lil pat

Die Opposition forderte den Rücktritt von Polizeichef Tibor Gaspar und Innenminister Robert Kalinak. Kulturminister Marek Madaric gab am Mittwoch wegen der Morde seinen Rücktritt bekannt. "Als Kulturminister kann ich nicht mit der Tatsache fertig werden, dass ein Journalist während meiner Amtszeit getötet wurde", sagte er.

(gaa/ap)
 
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