| 16.37 Uhr

Vorfall in der Slowakei
Mafia könnte hinter Mord an slowakischen Journalisten stecken

Slowakei: Mafia könnte hinter Mord von Enthüllungsjournalisten stecken
Kerzen sind neben einem Bild des Investigativ-Journalisten Kuciak und seiner Verlobten Martina aufgestellt. Das Paar wurde in seinem Haus in Velka Maca erschossen. FOTO: dpa, wa lof
Bratislava. Nach der Ermordung eines Investigativjournalisten in der Slowakei hat ein kanadischer Reporter in einem Interview gesagt, dass die Mafia für die Tötung verantwortlich sein könnte. 

Der Journalist Tom Nicholson behauptete in einem Interview mit der Tageszeitung "Sme", der getötete 27-jährige Jan Kuciak habe ihm vor dessen Tod gesagt, er arbeite an einem Bericht zu einer möglichen Verwicklung der italienischen Mafia in einen Betrug, der mit EU-Subventionen im Osten der Slowakei zu tun habe.

Die Leichen von Kuciak und seiner Freundin waren am Sonntagabend in ihrem Haus in der Stadt Velka Maca östlich der slowakischen Hauptstadt Bratislava gefunden worden. Kuciak ist der erste Journalist, der in der Slowakei ermordet wurde.

Laut der slowakischen Polizei hingen die Morde wahrscheinlich mit Kuciaks Arbeit zusammen. Die Regierung bot eine Million Euro Belohnung für Hinweise an, um den oder die Täter ausfindig zu machen.

"Sme" berichtete, zwei italienische Unternehmer in der Slowakei hätten mit einem ranghohen Berater von Ministerpräsident Robert Fico Geschäfte gemacht. Die Opposition forderte den nationalen Polizeipräsidenten Tibor Gaspar und Innenminister Robert Kalinak zum Rücktritt auf. Sie plante für Mittwoch eine Protestkundgebung in Bratislava.

(gaa/ap)
 
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