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Mexiko
Soldaten sollen zwölf Menschen hingerichtet haben

Mexiko-Stadt. Nach einem Blutbad mit 22 Toten in Mexiko hat die nationale Menschenrechtskommission den Streitkräften schwere Verstöße vorgeworfen. Mindestens zwölf der Opfer seien im Stile einer Hinrichtung getötet worden, sagte der Präsident der Kommission, Paul Plascencia, am Dienstag.

Damit widersprach er der Version von Armee und der Staatsanwaltschaft einer Konfrontation im südmexikanischen San Pedro Limon Ende Juni.

Die Getöteten waren vermutlich Mitglieder eines Drogenkartells. Drei der Opfer seien noch minderjährig gewesen, sagte Plascencia. Der Kommissionspräsident sprach am Dienstag von "einem der ernsthaftesten Verstöße gegen die Menschenrechte, die verübt werden können".

Plascencia zufolge wurde der Tatort nach der Auseinandersetzung so manipuliert, dass es wie nach einem Schusswechsel aussah. "Der Ort wurde verändert, indem einige Leichen bewegt wurden und Waffen auf den töten Körper platziert wurden, die im Dreck lagen."

Das Militär hatte den Vorfall zunächst so dargestellt, dass alle 22 mutmaßlichen Gangmitglieder während eines Schusswechsels mit den Soldaten getötet worden seien. An der Version regten sich Zweifel, weil bei der Auseinandersetzung nur ein Soldat verletzt worden war.

Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam hatte dem Militär widersprochen und gesagt, dass acht Opfer im Stile einer Exekution getötet worden seien. Drei Soldaten wurden wegen Mordes angeklagt, acht drohen militärische Disziplinarstrafen.

Wie Plascencia berichtete, zweifelten die Ermittler jedoch daran, dass lediglich drei Soldaten für die brutalen Taten verantwortlich sein könnten. Dem Generalstaatsanwalt warf er vor, behäbig und ungeschickt zu ermitteln.

Während der Ermittlungen war laut der Kommission aufgedeckt worden, dass jemand einem Opfer den Kopf so lange herumdrehte, bis das Genick brach. Vier weitere Getötete seien mit stumpfen Gegenständen malträtiert worden, bevor sie umgebracht wurden. Einschusslöcher und andere Beweise ließen darauf schließen, dass sieben weitere an Mauern der Lagerhalle gestellt und erschossen worden seien, "als sie entwaffnet waren und keinen Widerstand leisten konnten", sagte Plascencia.

(ap)
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