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Mexiko Drogenkrieg Sinola Coronel Panorama, AP 2010-0730
  Foto: AP, AP
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Schlag gegen Sinaloa-Kartell: Soldaten töten Drogenbaron in Mexiko

zuletzt aktualisiert: 30.07.2010 - 11:45

Mexiko-Stadt (RPO).  Ein Anführer des mächtigsten Drogenkartells in Mexiko ist bei einem Feuergefecht mit Soldaten getötet worden. Ignacio "Nacho" Coronel wurde in dem Nobelvorort Zapopan der Stadt Guadalajara im Westen des Landes erschossen.

Die Razzia am Donnerstag war der schwerste Schlag gegen das Sinaloa-Kartell, seit der mexikanische Präsident Felipe Calderón Ende 2006 eine militärische Offensive gegen Drogenhändler einleitete. Coronel war ein enger Vertrauter des meistgesuchten Mannes Mexikos, des Anführers des Sinaloa-Kartells, Joaquin "El Chapo" Guzman. In der Hierarchie des Kartells kam der 56-jährige Coronel an dritter Stelle nach Ismael "El Mayo" Zambada.

Die US-Bundespolizei FBI wirft Coronel vor, in Geheimlaboren in Mexiko die Droge Methamphetamin hergestellt und in die USA gebracht zu haben. Für seine Festnahme war eine Belohnung von fünf Millionen Dollar ausgesetzt.

General Edgar Luis Villegas erklärte auf einer Pressekonferenz, Soldaten hätten sich dem Versteck Coronels genähert. Dieser habe versucht zu fliehen, geschossen und einen Soldaten getötet. Die Truppen hätten das Feuer erwidert und Coronel getötet. Calderón hatte zuvor Vorwürfe zurückgewiesen, die Regierung gehe gegen das Sinaloa-Kartell nicht so hart vor wie gegen andere Drogenbanden.

Drogenkartell entführt Journalisten

Im Norden Mexikos wurden unterdessen vier Journalisten verschleppt. Die Entführer - offenbar Mitglieder des Zetas-Kartells, das mit dem Sinaloa-Kartell rivalisiert - verlangten die Ausstrahlung von drei Videos im Fernsehen. Sie warfen den Medien vor, das rivalisierende Kartell bei der Berichterstattung zu bevorzugen. Die Journalisten werden seit Montag vermisst.

In der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juarez wurde am Donnerstag das amerikanische Konsulat geschlossen. Die US-Botschaft erklärte, Grund sei eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen. Vor vier Monaten hatten Mitglieder einer Drogenbande eine amerikanische Mitarbeiterin des Konsulats, ihren Ehemann und zwei weitere Personen getötet. Das Konsulat ist die einzige Einrichtung, in der Mexikaner eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung für die USA beantragen können.

15 Leichen an Straßenrand gefunden

Im Norden Mexikos sind unterdessen 15 weitere Tote an einem Straßenrand gefunden worden, die offenbar gefoltert und ermordet wurden. Die Leichen seien unweit der US-Grenzstadt Brownsville in Texas an der Straße zwischen Ciudad Victoria und Matamoros entdeckt worden, wie ein Behördenvertreter mitteilte. Die Opfer "hatten die Hände gefesselt, die Augen verbunden und wiesen sichtbare Folterspuren auf", sagte der Behördenvertreter, der nicht genannt werden wollte.

In Mexiko tobt ein brutaler Kampf zwischen rivalisierenden Drogenbanden, die sich lukrative Schmuggelrouten in die USA streitig machen. Seit Dezember 2006 starben dabei rund 25.000 Menschen starben. Damals entsandte Präsident Felipe Calderón rund 50.000 Soldaten in die Grenzregion.

Quelle: apd/AFP/APN

 
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