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Ex-Manager ausgebuht
Hohe Haftstrafen wegen Grubenunglück von Soma gefordert

Mehr als 300 Tote bei Grubenunglück in der Türkei
Mehr als 300 Tote bei Grubenunglück in der Türkei FOTO: afp, KLC/nk
Akhisar. Im Prozess zum Bergbauunglück von Soma hat die türkische Staatsanwaltschaft ihre Forderung nach hohen Haftstrafen für acht frühere Manager der Betreiberfirma bekräftigt.

Wie schon in der Anklageschrift forderte sie am Mittwoch vor dem Gericht in Akhisar 25 Jahre Haft für jedes der 301 Todesopfer sowie drei weitere Jahre für jeden der 162 Verletzten. Das summiert sich auf 7525 Jahre Freiheitsentzug pro Angeklagten.

Am zweiten Tag des Verfahrens wurden die acht Ex-Manager von Soma Kömür von hunderten Angehörigen der Opfer ausgebuht. "Meine Tochter war drei Jahre alt, als ihr Vater starb!", rief eine Witwe. "Möge Allah diese Sünder in der Hölle verbrennen", rief eine andere. Die Angeklagten hatten ursprünglich aus Sicherheitsgründen nur per Video aus dem Gefängnis von Izmir zugeschaltet werden sollen. Nach Protest der Opferanwälte entschied der Richter aber zur Prozesseröffnung, dass sie persönlich erscheinen müssten.

Mahnwache in Düsseldorf für türkische Bergleute FOTO: dpa, mg cul

In der Kohlegrube in der westlichen Provinz Manisa waren am 13. Mai 2014 nach dem Ausbruch eines Feuers binnen Minuten hunderte Arbeiter verbrannt oder an giftigen Gasen erstickt. 162 weitere Bergleute waren bei der Katastrophe verletzt worden. Neben den Managern sind auch mehrere Techniker und Vertreter des Energieministeriums angeklagt, das die Aufsicht über das Bergwerk hatte. Insgesamt stehen 45 Angeklagte vor Gericht. Zur Debatte stehen insbesondere die Sicherheitsvorkehrungen und die Arbeitsbedingungen in dem Bergwerk.

(AFP)
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