Papst verkündet archäologische Überraschung: Sonde findet Knochenreste im Apostelgrab
zuletzt aktualisiert: 28.06.2009 - 20:11Vatikanstadt (RPO). Die katholische Kirche hat am Sonntag offiziell ihr Paulusjahr beendet. Papst Benedikt XVI. gab dabei eine kleine archälogische Sensation bekannt: Bei Forschungsarbeiten am Apostelgrab habe man eine Sonde in den Steinsarkophag eingeführt und Stoff- und menschliche Knochenreste gefunden. Es soll sich um die sterblichen Überreste des Apostels Paulus handeln.
Eine C-14-Untersuchung haben die Proben auf das erste und zweite Jahrhundert nach Christus datiert. "Das scheint die einmütige und unwidersprochene Tradition zu bestätigen, dass es sich um die sterblichen Überreste des Apostels Paulus handelt", sagte der Pontifex sichtlich bewegt.
Anlässlich des Paulusjahres sei der Sarkophag unter dem Hauptaltar gründlich untersucht worden, erläuterte Benedikt XVI. "In den Sarkophag, der in all den Jahrhunderten nie geöffnet wurde, wurde eine winzige Öffnung gebohrt und eine Spezialsonde eingeführt." Mit ihr habe man Spuren von einem kostbaren purpurfarbenen Leinenstoff mit Gold-Auflagen gefunden. Nachgewiesen wurden auch ein blaues Gewebe mit Leinenfäden, roter Weihrauch sowie kalk- und eiweißhaltige Substanzen. Außerdem seien winzige Knochenreste von Experten, die ihre Herkunft nicht kannten, einer Carbon-14-Untersuchung unterzogen worden. Sie ergab nach Darstellung des Papstes die Zugehörigkeit zu einer Person, die "zwischen dem ersten und zweiten Jahrhundert lebte".
Positive Bilanz
Der Papst zog eine positive Bilanz des Gedenkjahres, das an den 2.000. Geburtstag des Völkerapostels erinnerte. Es habe die herausragende Gestalt und mitreißende Botschaft des Paulus herausgestrichen und damit viele geistige Früchte und Impulse gebracht. An der Schlussfeier nahmen auch eine hochrangige Delegation des orthodoxen Patriarchats von Konstantinopel und Vertreter anderer christlicher Kirchen teil.
Mit einem Gottesdienst im südtürkischen Antakya begingen auch die Christen der antiken Apostel-Stadt Antiochien den Abschluss des Paulusjahrs. Dazu hatte der Papst den Präsidenten des Rats für interreligiösen Dialog, Kardinal Jean-Louis Tauran, in die mehrheitlich muslimische Verwaltungsmetropole entsandt.
Tauran rief die örtlichen Christen dazu auf, ihren Glauben "ohne Angst und ohne Nachgeben" zu verkünden. Dabei verwies er auf die Vergangenheit Antiochens als antike Weltstadt. In ähnlicher Weise dränge der heutige Pluralismus die Christen zur Werbung für ihren Glauben. Die katholische Kirche in der Türkei bekundete ihre Hoffnung, dass die offene Haltung der Kommunalpolitiker in den türkischen Paulus-Städten auch weiterhin anhalte.
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