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Protest gegen Chinas Darfur-Politik: Spielberg boykottiert Olympia

zuletzt aktualisiert: 13.02.2008 - 16:40

New York (RPO). Steven Spielberg hat sein Engagement für die Eröffnungs- und die Schlusszeremonie der Olympischen Spiele in Peking aufgegeben. Damit brachte der Hollywood-Regisseur seinen Protest gegen die chinesische Sudan-Politik zum Ausdruck.

Steven Spielberg wird seine Kreativität bei Computerspielen ausleben.  Foto: ddp, ddp
Steven Spielberg wird seine Kreativität bei Computerspielen ausleben. Foto: ddp, ddp

Er könne nicht länger an den Feiern mitarbeiten, während China und andere Länder nicht genug unternähmen, um das Leid in Darfur zu beenden, erklärte er am Dienstag. Menschenrechtsorganisationen gratulierten Spielberg, für Peking stellt seine Entscheidung einen herben Rückschlag dar.

Spielberg zeigte sich von China enttäuscht. "Während Chinas Repräsentanten mir mitteilten, dass sie daran arbeiteten, die schreckliche Tragödie in Darfur zu beenden, setzt sich die grausame Realität des Leidens dort unvermindert fort", erklärte Spielberg. Das Olympische Komitee in Peking nahm zunächst keine Stellung zu dem Rückzug des Regisseurs.

Spielberg schloss sich damit zusammen mit der Schauspielerin Mia Farrow den weltweiten Protesten gegen die chinesische Sudan-Politik an. Mit Bezug auf die Olympischen Spiele im August in China wurde die Regierung in Peking aufgefordert, ihren Einfluss auf die sudanische Regierung zu nutzen. Wie könne China Gastgeber der Olympischen Spiele sein und zugleich den Völkermord in Darfur unterstützen, fragte Farrow bei der Übergabe eines offenen Briefs an Präsident Hu Jintao in der chinesischen UN-Vertretung in New York.

Die Hauptverantwortung für die anhaltenden Verbrechen liege bei der sudanesischen Regierung, aber China müsste mehr tun, forderte Spielberg. Chinas wirtschaftliche, militärische und diplomatische Beziehungen zum Sudan seien eine Gelegenheit und eine Verpflichtung, auf Änderungen zu dringen. China kauft zwei Drittel der sudanesischen Ölexporte. Dafür liefert China Waffen und verteidigt die Regierung in Khartum im Weltsicherheitsrat. Die Kämpfe in der Krisenprovinz Darfur haben seit 2003 etwa 200.000 Menschen das Leben gekostet, rund 2,5 Millionen wurden zu Flüchtlingen.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch lobte Spielbergs Entscheidung und forderte Peking auf, die Wahrung der Menschenrechte auch im eigenen Land zu gewährleisten. Dafür sollten sich auch Sponsoren, Regierungen und die Nationalen Olympischen Komitees einsetzen, forderte die Organisation in New York.

Peking hatte bei seiner Bewerbung 2001 eine Verbesserung der Menschenrechtssituation im Land versprochen, diese ist nach Einschätzung der meisten Beobachter jedoch ausgeblieben. China hat Milliarden für neue Infrastruktur und die Vorbereitung der Spiele ausgegeben. Die autoritäre kommunistische Regierung sieht in der prestigeträchtigen Veranstaltung die Chance, ihr Ansehen in der Welt zu verbessern. Der Protest gegen die Sudan-Politik kommt Peking daher sehr ungelegen. In chinesischen Medien wurde der Vorfall am Dienstag totgeschwiegen.

Ein Sprecher des Sportartikelherstellers Adidas, der Schätzungen zufolge 138 Millionen Euro an Sponsorengeldern für die Olympischen Spiele zahlt, wies unterdessen jede Forderung nach politischer Einflussnahme seitens der Sponsoren zurück. Der Einfluss des Unternehmens sei längst nicht so groß, wie von Menschenrechtsgruppen angenommen, hieß es.

Quelle: ap

 
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