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Sprengfallen und Tunnelsystem
So verschanzt sich der IS in Mossul

Sprengfallen und Tunnelsystem: So verschanzt sich der Islamische Staat (IS) in Mossul
Die irakische Armee kämpft um Mossul. FOTO: afp
Mossul. Sprengfallen, Tunnel und Wälle: Monatelang hat sich der Islamische Staat (IS) gegen die Offensive auf seine Hochburg Mossul vorbereitet. Die irakischen Truppen stoßen bei ihrem Vormarsch auf große Hindernisse.

Die Terrormiliz Islamischer Staat habe Sprengfallen gelegt sowie Wälle und Gräben gebaut, um die Angreifer aufzuhalten, sagte ein US-Militärvertreter. "Die haben sich wirklich eingegraben."

Unter anderem hätten irakische Spezialeinheiten ein riesiges Tunnelnetzwerk entdeckt, über das sich IS-Kämpfer fortbewegten und Vorräte in die Stadt schafften, sagte der irakische Major Salam al-Obeidi. Einige von ihnen seien bis zu zwei Kilometer lang. Vor ihrer Flucht aus den umliegenden Dörfern hätten die Extremisten unter anderem Sprengladungen an Lichtschaltern normaler Häuser angebracht, erklärte der US-Militärvertreter.

Mehrere dieser Dörfer rund um Mossul wurden am Mittwoch evakuiert und Sprengfallen beseitigt. Mehr als 1000 Menschen seien in die angrenzende Region Chaser in Sicherheit gebracht worden, damit sie nicht ins Kreuzfeuer geraten, sagte ein irakischer Kommandeur. Doch viele andere kamen ums Leben.

Dorfbewohner erschossen und in Fluss geworfen

Laut dem UN-Hochkommissariat für Menschenrechte töteten die Extremisten in den vergangenen Tagen rund 50 Polizisten, die sie gefangen gehalten hatten. Zudem seien in einem Dorf 35 Kilometer südlich von Mossul die Leichen von 70 Zivilisten gefunden worden, sagte Sprecher Rupert Colville. Es sei aber nicht zweifelsfrei festzustellen, wer für deren Tod verantwortlich war.

Berichten zufolge wurden in einem anderen Dorf in der Nähe 15 Bewohner erschossen und in einen Fluss geworfen. "Wir fürchten sehr, dass das nicht die letzten solchen Berichte von derartigen barbarischen Taten sind, die wir erhalten", sagte Colville.

Irakisches Militär, kurdische Milizen und andere Kampfverbände hatten am 17. Oktober eine lang erwartete Großoffensive auf die IS-Hochburg Mossul begonnen. Die Vereinten Nationen rechnen mit einer riesigen Fluchtwelle aus der Stadt, in der nach wie vor mehr als eine Million Zivilisten leben. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration wurden seit vergangener Woche bereits an die 9000 Menschen durch die Kämpfe vertrieben.

(mre/ap)
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