| 12.17 Uhr

Sprengstoff-Attrappe
US-Polizei schießt Mann in Pandakostüm nieder

Washington. Die Polizei von Baltimore hat einen Mann niedergeschossen, der als Pandabär verkleidet mit einem Selbstmordanschlag gedroht haben soll. Er wollte einen TV-Sender erpressen, über eine angebliche Regierungsverschwörung zu berichten.

Ein 25-Jähriger wollte am Donnerstag mit einem vermeintlichen Sprengstoffgürtel einen TV-Sender in Baltimore zwingen, über eine angebliche Regierungsverschwörung zu berichten. Zuvor habe der Mann vor dem Gebäude des Senders vermutlich sein eigenes Auto angezündet, sagte Polizeisprecher T.J. Smith bei einer Pressekonferenz.

Bei Verhandlungen mit der Polizei habe sich der Mann im Pandakostüm "unkooperativ" gezeigt. Als er das Gebäude verließ und auf die Sicherheitskräfte zuging, schossen Polizisten mehrfach auf den Mann. Der Gesundheitszustand des 25-Jährigen sei "ernst, aber stabil", sagte ein Polizeisprecher.

Bei der Entschärfung durch einen Roboter stellte sich dann heraus, dass es sich bei dem Gürtel um eine Attrappe handelte. "Es waren in Aluminium eingewickelte Schokoriegel, die mit Drähten verbunden waren", sagte Smith.

Der Sender Fox45 hatte die Behörden am Mittag alarmiert, nachdem der Mann das Auto in Brand gesteckt hatte. Auf seiner Website zeigte der Sender Bilder von dem Unbekannten, der im Inneren des Gebäudes saß. Dieses wurde evakuiert.

Der Mann habe etwas getragen, "das offensichtlich ein weißes Panda-Kostüm war, er trug einen Mundschutz und Sonnenbrille", sagte der Nachrichtenchef von Fox45, Mike Tomko. "Er hatte einen USB-Stick und sagte, er habe Informationen, die verbreitet werden sollten", berichtete Tomko weiter. Demnach verglich der Mann die Brisanz seiner Informationen mit denen der "Panama Papers".

Die Polizei entsandte Bombenexperten und ein Sondereinsatzkommando sowie Spezialisten, um mit dem Mann zu verhandeln, wie Sprecher Smith sagte. Dieser sei jedoch "unkooperativ" geblieben. Mindestens drei Beamte hätten geschossen, als er herausgekommen sei.

Der Verletzte wurde laut Smith im Krankenhaus behandelt und war "bei Bewusstsein". Bislang sei noch keine Anschuldigung erhoben worden. Über ein mögliches Motiv wollte der Polizeisprecher nicht spekulieren. Er sprach von "vielen Fragen".

(AFP)
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