Anschlag in den USA vereitelt: Sprengstoff Nitropenta sollte Flugzeug zerfetzen
zuletzt aktualisiert: 27.12.2009 - 08:43Washington (RPO). Das Flugzeug der NWA von Amsterdam nach Detroit sollte durch den militärischen Sprengstoff Nitropenta zur Explosion gebracht werden. Einen Tag nach dem fehlgeschlagenen Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug hat ein US-Richter nun offiziell Anklage gegen den mutmaßlichen Attentäter erhoben.
Umar Faruk Abdulmutallab habe versucht, eine Maschine beim Landeanflug auf Detroit zu zerstören und habe zu diesem Zweck hochexplosiven Sprengstoff an Bord gebracht, sagte Richter Paul Borman am Sonntag bei einer 20-minütigen Anhörung im Krankenhaus von Michigan, in dem der 23-jährige Nigerianer an seinen Brandverletzungen behandelt wurde. Abdulmutallab erschien im Rollstuhl und mit Verbänden an seinen Händen zu der Anhörung. Er sprach Englisch und akzeptierte einen Pflichtverteidiger.
Der US-Kongress plant noch im Januar Anhörungen zu dem Vorfall. Dabei solle es vor allem um die Fragen gehen, wie es Abdulmutallab gelingen konnte, Sprengstoff an Bord der Maschine zu schmuggeln und warum er ein US-Visum erhielt, teilten mehrere Senatoren und Abgeordnete mit.
Nach Informationen von ABC und NBC sagte Abdulmutallab nach seiner Festnahme aus, den Sprengstoff im Jemen erhalten zu haben, begleitet von genauen Anweisungen zu seinem Einsatz. Über seinen Internetkontakt mit einem radikalen jemenitischen Geistlichen habe er ein führendes Al-Qaida-Mitglied im Jemen kennengelernt. In einem Trainingslager des Terrornetzes nahe der Hauptstadt Sanaa sei er dann einen Monat lang in der Herstellung von Sprengsätzen ausgebildet worden. Wann der 23-Jährige im Jemen war, blieb zunächst unklar.
Der Angeklagte hatte ein gültiges Einreisevisum für die USA, obwohl er in einer Datenbank möglicher Terrorverdächtiger geführt wurde. Diese Datenbank mit der Bezeichnung Terrorist Identities Datamart Environment wurde vom US-Zentrum für Terrorabwehr (National Counterterrorism Center) geführt. Abdulmuttalab lebte zuletzt in einem gehobenen Stadtteil von London. Er erklärte nach Angaben eines US-Justizbeamten, er sei im Jemen von Al-Qaida-Angehörigen ausgebildet und instruiert worden.
Bei dem gescheiterten Terroranschlag wurde nach Angaben der Justizbehörden der Sprengstoff Nitropenta (PETN) verwendet. Dieses auch militärisch genutzte Mittel ist schon bei geringer Menge besonders explosiv. Es wurde auch von dem sogenannten Schuhbomber Richard Reid verwendet, der 2001 versucht hatte, einen Anschlag auf einen Transatlantikflug zu verüben.
Die US-Behörde TSA hat nach Angaben von Air Canada neue Regeln für die Zeit während des Fluges aufgesetzt. So müssen Passagiere wie Crew in der letzten Stunde vor der Landung sitzen bleiben und dürften keine persönlichen Gegenstände mehr auf ihrem Schoss haben. Die "Sunday Times" aus Singapur berichtete unter Berufung auf einen Sprecher von Singapore Airlines, dass in den letzten 60 Minuten auch das Unterhaltungsprogramm an Bord abgeschaltet werde.
Die deutschen Behörden prüfen nach Angaben des Innenministeriums, ob die Sicherheitsvorkehrungen erhöht werden sollen.
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