Zahl der Toten steigt auf mehr als 32.000: Staatstrauer für Erdbebenopfer
zuletzt aktualisiert: 18.05.2008 - 17:30Beichuan/China (RPO). Zum Gedenken an die Opfer des verheerenden Erdbebens hat die chinesische Regierung am eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen und den olympischen Fackellauf ausgesetzt. Am Montag um 14.28 Uhr Ortszeit, genau eine Woche nach dem Beben, werde die Trauerperiode mit einer Schweigeminute für die mehr als 32.000 Todesopfer beginnen.
Alle Landesflaggen im Inland und an den chinesischen Vertretungen im Ausland sollten auf Halbmast wehen, erklärte der Staatsrat weiter. Kurz danach sollten im ganzen Land die Sirenen heulen. Die Organisatoren vom chinesischen Olympischen Komitee erklärten in einer Stellungnahme, man wolle mit der Unterbrechung des Fackellaufs die tiefe Trauer um die Opfer des Erdbebens ausdrücken.
Im Katastrophengebiet schwinden unterdessen die Hoffnungen auf die Rettung Verschütteter. Die Aufräummannschaften konzentrierten sich zunehmend auf die Bergung von Toten, um dem Ausbruch von Seuchen vorzubeugen. Nach amtlichen Angaben stieg die Zahl der Toten auf 32.477, insgesamt wurden 50.000 Tote befürchtet. Mehr als 220.000 Menschen seien bei dem Beben der Stärke 7,9 am vergangenen Montag verletzt worden.
Dennoch gab es noch Berichte von der wundersamen Rettung mehr als 130 Stunden verschütteter Menschen: Bergungskräfte bargen am Sonntag zwei verschüttete Männer lebend aus den Trümmern. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, Tang Xiong sei nur leicht verletzt nach 139 Stunden aus dem eingestürzten Krankenhaus von Beichuan gerettet worden. Ebenfalls in Beichuan sei acht Stunden zuvor ein weiterer Mann, Wu Jianping, geborgen und in ein Krankenhaus gebracht worden. Über seinen Zustand lagen keine Informationen vor.
Suche nach Überlebenden teilweise eingestellt
Experten zufolge können verschüttete Erdbebenopfer eine Woche und länger überleben - abhängig von der Temperatur und der Möglichkeit, etwas zu trinken. Nach den ersten 24 Stunden sinken die Überlebenschancen rapide. Nach Regierungsangaben wurden seit dem Beben vom vergangenen Montag mit der Stärke 7,9 rund 29.000 Tote gefunden. In einigen Gebieten wurde die Suche nach Überlebenden komplett eingestellt.
Ein Nachbeben der Stärke 5,7 verbreitete erneut Angst und Schrecken, die Gefahr einer Flutwelle aus von Erdrutschen aufgestauten Flüssen ging nach Behördenangaben zurück. Am Samstag waren Beichuan und andere Gebiete im Epizentrum aus Furcht vor einer Flutwelle evakuiert worden. Xinhua berichtete am Sonntag, die Verantwortlichen hätten von Erdrutschen aufgestaute Flüsse überlaufen lassen und das Wasser umgeleitet - die Gefahr einer Flutwelle habe sich damit vermindert.
In Sichuan traf weitere internationale Hilfe ein. Zwei Frachtmaschinen der US-Luftwaffe landeten mit Zelten, Lampen und Nahrungsmitteln beladen in der Provinzhauptstadt Chengdu.
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