Protest gegen Polizeigewalt in "City of God"-Schauplatz: Stadtbusse in bekanntem Slum niedergebrannt
zuletzt aktualisiert: 01.03.2004 - 11:14Rio de Janeiro (rpo). Am Sonntag haben die Einwohner des brasilianischen Elendsviertels Cidade de Deus zwei Stadtbusse niedergebrannt. Der Slum von Rio de Janeiro ist durch den gleichnamigen Film "City of God" des Regisseurs Fernando Meirelles international bekannt geworden, der am gleichen Tag für vier Oscars nominiert war.
Der Fernsehsender Globo News berichtete, die Busse seien aus Protest gegen Polizeigewalt in Brand gesteckt worden, bei der ein Drogenhändler und zwei jugendliche Passanten erschossen worden seien.
Die Kriminalpolizei bestätigte, dass zwei Busse niedergebrannt worden seien, teilte aber mit, sie kenne das Motiv nicht. Ein Streifenpolizist wies Berichte über eine Schießerei zurück. "Das sind nicht bewiesene Vorwürfe", sagte er. "Das sagen sie, um ihre kriminellen Handlungen zu rechtfertigen."
Einwohner von Cidade de Deus haben gesagt, der Erfolg des Films über Gewalt, Verbrechen und Bandenkriege in ihrem Slum habe ihre ohnehin geringen Arbeitsplatzchancen weiter verschlechtert. "City of God" war am Sonntag bei der Oscar-Verleihung in Los Angeles für vier der begehrten US-Filmpreise in den Kategorien bester Regisseur, Kinematografie, Drehbuch und Schnitt nominiert.
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