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Für Vaterschaftstest
Sterbliche Überreste von Salvador Dalí exhumiert

Sterbliche Überreste von Salvador Dalí für Vaterschaftstest exhumiert
Ein Leichenwagen auf dem Weg zum Theatermuseum Dalí in Figueres in Spanien FOTO: ap, MF
Figueres . Wegen eines Vaterschaftsstreits sind die sterblichen Überreste des spanischen Künstlers Salvador Dalí exhumiert worden. Dabei zeigt sich: Der berühmte Schnurrbart des Malers ist noch vollständig erhalten.

Die Arbeiten an seinem Grab im Museum im nordostspanischen Figueres seien in der Nacht zum Freitag abgeschlossen worden, teilte ein Gericht mit. Ende Juni waren DNA-Tests angeordnet worden, weil die 61-jährige Wahrsagerin Pilar Abel Martínez seit Jahren behauptet, die einzige Tochter des 1989 verstorbenen Malers zu sein.

Ergebnisse würden in wenigen Wochen erwartet, sagte Abels Anwalt Enrique Blánquez. Die DNA-Proben wurden direkt aus dem Sarg in dem Museum in Katalonien entnommen und sollten anschließend zur Untersuchung nach Madrid geschickt werden. Teile des Museums wurden am Donnerstag abgeschirmt, um zu verhindern, dass Drohnen Fotos von der Exhumierung machen. Auch zahlreiche Schaulustige hatten sich dort versammelt.

"Er ist gut konserviert"

Der Leichnam ist anscheinend in einem guten Zustand. Das erklärte die Bürgermeisterin des Ortes Figueres, Marta Felip, nach der fünfstündigen Exhumierung des einbalsamierten Körpers. Felip war in der Nacht zum Freitag bei den Arbeiten im "Theater-Museum Dalí" dabei, in dem der Maler in einer Krypta begraben liegt. "Er ist gut konserviert", sagte die Bürgermeisterin zu den vor dem Gebäude wartenden Journalisten.

Auch der nach oben gezwirbelte Schnurrbart des Malers blieb über seinen Tod hinaus erhalten. Die Gerichtsmediziner, die den Leichnam exhumierten, stellten 28 Jahre nach seinem Tod fest, dass der weltberühmte Schnurrbart noch vollständig intakt ist. Wie die Dalí-Stiftung mitteilte, stand das Schnurrbart-Haar bei der Öffnung des Sarges wie von Dalí gewünscht auf "zehn Uhr zehn".

Zweifel bei Dalí-Stiftung

Die Salvador-Dalí-Stiftung war erfolglos gegen die Entscheidung einer Richterin vorgegangen, die bereits Ende Juni die DNA-Tests angeordnet hatte. Abel hatte schon vor mehreren Jahren einen Antrag auf einen Vaterschaftstest eingereicht. Ihren Angaben zufolge hatte ihre Mutter eine Liebschaft mit dem Künstler.

Die 61-jährige Wahrsagerin Pilar Abel Martínez behauptet, die einzige Tochter des Surrealisten zu sein. FOTO: ap, FS

Die Dalí-Stiftung zweifelt an den Angaben der Frau. Sollte sich die Vaterschaft bestätigen, könnte Abel rechtliche Schritte unternehmen, um ihren Anteil am beträchtlichen Erbe des Künstlers zu erstreiten.

Abels Angaben zufolge erzählte ihre Großmutter ihr, als sie sieben oder acht Jahre alt war, erstmals von ihrem berühmten Vater. Ihre Mutter soll die Geschichte später bestätigt haben. Nach der Beziehung mit Dalí hätte sie einen anderen Mann geheiratet und kurz darauf Abel zur Welt gebracht.

Erbe von mehr als 136 Millionen Dollar

Das Erbe Dalís wurde in seinem Todesjahr 1989 auf 136 Millionen Dollar geschätzt und dürfte seither deutlich gestiegen sein. Aktuell gehört das gesamte Erbe dem spanischen Staat und wird von der Dalí-Stiftung verwaltet. Abel könnte als einzige Tochter Dalís mindestens ein Viertel davon erstreiten.

(AFP/dpa/veke)
 
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