Singapur: Stiftung zeichnet "fröhliche Särge" aus
zuletzt aktualisiert: 29.09.2010 - 20:14Van Gucht verzierte die Holzkiste mit einer schwarzen, pelzigen Figur, die nach ihrem Tod auf sie aufpassen soll, und der Botschaft: "Hallo Sarg. Du scheinst nett zu sein. Eines Tages werden wir uns wiedersehen. Euch anderen sage ich Auf Wiedersehen. Ich hoffe, es war eine schöne Zeit." Ein anderer Sarg wurde als Schokoladentafel gestaltet, ein weiterer mit Tellern eines "letzten Abendmahls" verziert.
Auch drei ältere Damen des katholischen Singapurer Wohn- und Hospizheims St. Joseph gestalteten mit Hilfe von Künstlern ihre eigenen Särge. "Ich bin sehr zufrieden damit", sagte die 76-jährige Elsie Chua, die lächelnd neben ihrem Sarg im Rollstuhl saß.
Der weiße Kasten war mit blauen Zeichnungen verziert, die eine junge Frau an einer Nähmaschine sowie Rosen, Schmetterlinge und Rentiere zeigen. "Ich war früher Schneiderin und habe Kleider für meine Mutter genäht", berichtete Chua. "Deshalb habe ich dieses Motiv zeichnen lassen."
Der Wettbewerb wurde von der Lien-Stiftung veranstaltet, die damit nach eigenen Angaben gegen die Tabuisierung des Todes angehen wollte. Die Särge sollten von Symbolen des Todes in "kreative Gemälde" umgewandelt werden, "die zum Nachdenken anregen und das Leben feiern", sagte Stiftungschef Lee Poh Wah.
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