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Psycho-Strafe für russische Falschparker
Das ist ein Behindertenparkplatz!

Strafe für Falschparker: Projektionen von Behinderten sollen Russen abschrecken
"Warum bist du so überrascht?", fragt die Projektion den potenziellen Falschparker. FOTO: Screenshot Youtube/Bird Startegy, Inc.
Moskau. Haben Sie schon mal auf einem Behindertenparkplatz geparkt? Mehr als 30 Prozent der russischen Autofahrer machen das regelmäßig. Weil Geldstrafen offensichtlich nicht abschreckend genug sind, greift eine russische Organisation jetzt zu ungewöhnlichen Methoden: Sprechende 3D-Projektionen von behinderten Menschen sollen die Übeltäter zur Vernunft bringen. Von Vassili Golod

Viele russische Autofahrer stellen ihre Fahrzeuge vollkommen selbstversändlich auf Behindertenparkplätzen ab und ignorieren skrupellos alle Hinweisschilder. Was sie dabei immer wieder vergessen: Menschen mit Behinderung sind mehr als nur ein weißes Männchen im Rollstuhl. "More than a sign" lautet die zentrale Botschaft der russischen Behindertenorganisation D/SLIFE.RU, die mit einem ungewöhnlichen Projekt auf die bestehenden Probleme hinweist.

Auf den Behindertenparkplätzen großer Shopping-Zentren in Moskau hat D/SLIFE spezielle Technik installiert. Kameras erkennen, ob sich an den Windschutzscheiben der ankommenden Auto ein Behindertenausweis befindet. Wenn nicht, erscheint auf dem Behinderten-Symbol eine täuschend echt aussehende Projektion eines Menschen. "Halt!", schreit ein junger Mann im Rollstuhl den ankommenden Autofahrern entgegen. Dann fängt die projezierte Person an, auf die Falschparker einzureden.

Das sind die Botschaften der russischsprachigen Hologramme:

  1. Was machst du? Ich bin nicht nur ein Symbol auf dem Asphalt.
  2. Tu nicht so, als würde es mich nicht geben.
  3. Warum bist du so überrascht?
  4. Das ist ein Behindertenparkplatz!
  5. Ja. Ich bin echt.
  6. Bitte such dir einen anderen Parkplatz
  7. Jeden Tag muss ich viele Hindernisse überwinden. Du musst nur dich selbst überwinden und lernen, meine Recht zu respektieren.

Das Video übr die Aktion wurde bei YouTube schon mehr als 2,5 Millionen mal angesehen. Ob das Projekt die tatsächliche Anzahl der Falschparker reduziert, bleibt fraglich. Die Autofahrer in dem Clip reagieren überrascht bis verwirrt, einige machen mit ihren Smartphones Bilder von der Projektion – und suchen sich einen neuen Parkplatz.

Hier geht es direkt zum Video.

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