Prozessbeginn in New York: Strauss-Kahn plädiert auf "nicht schuldig"
zuletzt aktualisiert: 06.06.2011 - 15:42New York (RPO). Der ehemalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat die gegen ihn erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe vor Gericht zurückgewiesen. Bei der Anhörung am Montag plädierte der Franzose in der US-Metropole New York wie erwartet auf "nicht schuldig". Auf dem Weg ins Gericht begleitete ihn seine Frau Anne Sinclair. Vor dem Gebäude erwarteten als Zimmermädchen gekleidete Frauen den Angeklagten.
Dem Franzosen wird zur Last gelegt, Mitte Mai ein Zimmermädchen in einem New Yorker Luxushotel zu Sex gezwungen zu haben. Auf dem Weg ins Gericht macht Strauss-Kahn einen gefassten Eindruck. Dicht an seiner Seite betrat seine Frau Annes Sinclair, eine erfolgreiche französische Journalistin, das Gericht, einen Arm untergehakt. Vor dem Richter nahm der angeklagter Finanzfachmann Stellung zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Strauss-Kahn äußerte sich dabei mit fester Stimme.
Demonstrantinnen erwarten den Angeklagten
Vor dem Gericht in Manhattan wartete unterdessen eine riesige Zahl Medienvertreter. Außerdem hatte sich eine große Menge von Demonstranten vor dem Gerichtsgebäude positioniert, fast alle in Berufskleidung von Hotelangestellten. Frauen hatten sich wie Zimmermädchen gekleidet. Lautstark protestierten sie gegen Strauss-Kahn. "Schäm dich", schallte dem 62-Jährigen entgegen. Agenturberichten zufolge handelte es sich um Mitglieder einer Hotel-Gewerkschaft.
Die Anhörung am Montag bildete den Auftakt zu einem langwierigen Strafprozess vor einem Geschworenengericht. Bei einer Verurteilung droht dem 62-jährigen Politiker eine Haftstrafe von maximal 74 Jahren. Nach seiner Festnahme am 14. Mai hatte Strauss-Kahn zunächst vier Nächte im Gefängnis verbracht, mittlerweile steht er in einem luxuriösen Stadthaus in Manhattan unter Hausarrest. Nach seiner Festnahme hatte Strauss-Kahn seinen Posten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgegeben. In einer E-Mail an Mitarbeiter hatte er nachdrücklich seine Unschuld beteuert.
Nummer 2011NY035773
Hinter dem Fall, den die New Yorker Justiz unter der Nummer 2011NY035773 führt, verbirgt sich die Frage, was am 14. Mai zur Mittagszeit in einer Luxus-Suite des Sofitel-Hotels in Manhattan wirklich geschah. Der Version der Anklage zufolge stürzte sich Strauss-Kahn nackt auf ein Zimmermädchen, zwang sie zum Oralsex und versuchte auch gewaltsam, Geschlechtsverkehr mit ihr zu haben. Das mutmaßliche Opfer ist eine 32-jährige Einwanderin aus Westafrika, alleinerziehende Mutter und nach Aussage ihres Arbeitgebers eine vorbildliche Angestellte.
Die Frau identifizierte den Ex-IWF-Chef bei einer Gegenüberstellung, die Ermittler stießen in der Suite offenbar auf Sperma und andere belastende Spuren. Überstürzt soll Strauss-Kahn nach der Tat das Hotel gen Flughafen verlassen und dabei auch sein Handy vergessen haben. Die Staatsanwaltschaft konnte eine Grand Jury überzeugen, den Franzosen unter anderem wegen krimineller sexueller Akte, versuchter Vergewaltigung und Freiheitsberaubung anzuklagen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum