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Internationale Studie
Umweltverschmutzungen tödlicher als Krieg und Krankheiten

Studie in The Lancet: Umweltverschmutzungen tödlicher als Krankheiten und Krieg
Smog in Mumbai (Symbolbild). FOTO: ap
Neu-Delhi. Weltweit sterben Millionen Menschen wegen Umweltverschmutzung. Schadstoffe in Luft, Wasser und Boden kosten sogar mehr Frauen und Männer das Leben als Kriege und Krankheiten. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie.

Für das Jahr 2015 zählten die Forscher etwa neun Millionen Todesfälle wegen Schadstoffen in der Luft, im Wasser oder im Boden. Das sei drei Mal mehr als durch Aids, Tuberkulose und Malaria zusammen und 15 Mal mehr als durch Kriege und andere Formen der Gewalt, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin "The Lancet".  

Besonders drastische Folgen hat der Studie zufolge die Luftverschmutzung - durch Industrie- und Autoabgase, aber auch im Inneren von Räumen durch das Verbrennen von Holz oder Kohle zum Heizen oder Kochen. Luftverschmutzung war demnach 2015 für den Tod von weltweit 6,5 Millionen Menschen verantwortlich, und zwar durch Herzerkrankungen, Schlaganfälle, Lungenkrebs und Atemwegserkrankungen. An zweiter Stelle folgt die Verschmutzung von Wasser, die laut der Schätzung zu 1,8 Millionen Todesfällen führte. Die Belastung am Arbeitsplatz durch giftige und krebserregende Substanzen führte demnach zu 800.000 Todesfällen.

Einige Länder sind besonders betroffen

Fast alle Todesfälle seien in armen oder aufstrebenden Ländern zu verzeichnen, fanden die Wissenschaftler heraus. Vor allem in den Ländern, in denen die Industrie rapide ausgebaut werden, seien die Auswirkungen zu spüren. Auf diese Länder, darunter Indien, Pakistan, China, Bangladesch oder Madagaskar, entfalle ungefähr ein Viertel der Toten.

"Verschmutzung ist viel mehr als eine Herausforderung für die Umwelt - es ist eine schwerwiegende und allgegenwärtige Bedrohung, die viele Aspekte der menschlichen Gesundheit betrifft", sagte Philip Landrigan, Professor bei der Icahn School of Medicine, der an der Untersuchung beteiligt war.

Die Studie wurde von etwa 40 internationalen Wissenschaftlern zusammengetragen und am Freitag im Medizin-Fachblatt "The Lancet" veröffentlicht. Der Bericht stellt den ersten Versuch dar, umfassende Daten zu Todesfällen durch Umweltverschmutzungen weltweit, zusammenzutragen.

(wer/ap/REU/AFP)
 
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