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Studie
Mehr Kiffer als Kettenraucher an US-Unis

Hintergrund: Das sollten Sie über Cannabis wissen
Hintergrund: Das sollten Sie über Cannabis wissen FOTO: dpa, ABIR SULTAN
New York. An den US-Uni gibt es offenbar mehr Kiffer als Dauerraucher. Das belegt eine Studie der Universität von Michigan. Mehr als 30 Prozent der befragten Studenten gaben an, mindestens einmal im vergangenen Jahr Marihuana konsumiert zu haben.

Mehr Studenten in den USA rauchen heute regelmäßig Marihuana als herkömmlichen Tabak. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Zukunftsstudie der University of Michigan hervor. Darin gaben etwas weniger als sechs Prozent der befragten Vollzeitstudenten an, mindestens 20 Mal in den vergangenen 30 Tagen Gras geraucht zu haben. Im Vergleich dazu waren es fünf Prozent, die sich für den Zeitraum als Kettenraucher identifizierten. 1999 waren das bei der jährlich veröffentlichten Studie noch 19 Prozent gewesen.

Die Erkenntnisse der Befragung legen die Vermutung nahe, dass Teenager und junge Erwachsene einerseits die Warnungen vor Gesundheitsrisiken von regelmäßigem Tabakkonsum beherzigen, wie Studienleiter Lloyd Johnston mitteilte. Gleichzeitig sehe es aber auch so aus, als würde zunehmend geglaubt, dass Marihuana weniger Gefahren mit sich bringe.

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"Es ist eindeutig, dass es in den vergangenen sieben oder acht Jahren einen Anstieg vom Gebrauch von Marihuana unter den College-Studenten gegeben hat", erklärte Johnston. Gleiches sei in den ältesten Jahrgängen von High Schools beobachtet worden.

Die Prozentzahl der Studenten, die täglich oder fast jeden Tag kiffen, erreichte diesmal den höchsten Wert seit der Einführung der jährlichen Studie im Jahr 1980. Es ist laut den Verantwortlichen das erste Mal, dass der regelmäßige Gras-Konsum höher als der Gebrauch von Tabak ist.

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21 Prozent der Teilnehmer gaben demnach an, mindestens einmal im vergangenen Monat Marihuana geraucht zu haben. 34 Prozent kifften mindestens einmal im vergangenen Jahr.

Massiver Alkoholkonsum geht der Studie zufolge dagegen zurück. Nur fünf Prozent der Befragten erklärten, in den vergangenen zwei Wochen an extremen Trinkgelagen teilgenommen zu haben. Diese werden von den Forschern dadurch definiert, dass 15 oder mehr Drinks am Stück konsumiert werden.

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Die Zahl der Studenten, die Kokain benutzten, stieg von 2,7 Prozent im Jahr 2013 auf 4,4 Prozent 2014. Man könne jedoch noch nicht sagen, dass die Droge ein Comeback an den US-Unis erlebe, sagte Johnston.

(ap)
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