Mehrere Schiffe in Schwierigkeiten: Sturm treibt Riesentanker an den Strand
zuletzt aktualisiert: 11.03.2008 - 06:48London (RPO). Schwere Stürme sind über Großbritannien, Frankreich und Belgien hinweggefegt. Sie verursachten schwere Schäden. Eine Frau wurde in der Normandie von einem Ast erschlagen. An der französischen Küste trieb der Sturm einen riesigen Tanker auf Grund.
Unweit der Kanalinsel Guernesey sank ein französischer Fischkutter. Wie die Behörden in Cherbourg mitteilten, konnten alle fünf Besatzungsmitglieder gerettet werden. Vor der südbritischen Insel Isle of Wight geriet ein schwedischer Tanker in Schwierigkeiten; an der französischen Westküste lief ein niederländischer Frachter auf Grund. Der Hafen in Dover wurde geschlossen. Die Stürme sollen bis Mittwoch andauern.
Der Fischkutter sei gegen 18 Uhr bei schlechtem Wetter im Ärmelkanal untergegangen, teilten die französischen Behörden mit. Die 13 Besatzungsmitglieder des schwedischen Tankers vor der Isle of Wight schienen nach dem Eindruck der Küstenwache die Lage im Griff zu haben.
Ein niederländisches Frachtschiff fuhr nördlich von La Rochelle im Westen von Frankreich auf Grund. Dabei sei niemand verletzt worden. Weiter nördlich in der Bretagne, in der Nähe von Brest, setzten die Rettungskräfte derweil die Suche nach einem 26-Jährigen fort, der am Vortag von einem Boot über Bord gegangen und von der Strömung abgetrieben worden war. Die Fährverbindungen zu den größeren Inseln westlich der Bretagne wurden ausgesetzt.
In Großbritannien fegte der Wind mit 80 bis 130 Stundenkilometern über Cornwall und Devon im Südwesten hinweg, bevor er Richtung Osten und nach Wales weiterzog. Rund 30 Menschen wurden in Sicherheit gebracht, nachdem ein Campingplatz nahe Chichester an der südenglischen Küste überflutet worden war. Im Süden Großbritanniens waren rund 10.000 Haushalte ohne Strom.
Die Londoner Stadtautobahn war ebenso wie die U-Bahn stellenweise überflutet. Die Fluggesellschaft British Airways strich mehrere Flüge. Das Unternehmen rechnete laut einem Sprecher zudem mit zahlreichen Verspätungen. Premierminister Gordon Brown sagte ein Treffen mit seinem slowakischen Kollegen Robert Fico ab, weil sein Flug nach Bratislawa nicht starten konnte. In Südengland fielen zahlreiche Züge aus. Die britische Umweltbehörde sprach von einem "mächtigen Cocktail starker Winde, Wellengang und Hochwasser", der bis Mittwoch dauern werde.
In der Bretagne und dem südlich angrenzenden Pays de la Loire, in der Normandie im Norden des Landes und am Ärmelkanal gingen hunderte Anrufe bei der Feuerwehr ein, weil der Sturm Dächer abdeckte, Bäume ausriss und Stromleitungen unterbrach. Allein im Verwaltungsbezirk Finistère im äußersten Westen Frankreichs waren rund 5000 Menschen ohne Strom. An die belgische Hauptstadt Brüssel grenzende Waldgebiete wurden aus Angst vor umstürzenden Bäumen für den Verkehr gesperrt.
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