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Südafrika
Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu ist im Krankenhaus

Südafrika: Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu im Krankenhaus
Desmond Tutu war lange Jahre ein Wegbegleiter Nelson Mandelas. FOTO: ap, DF
Kapstadt. Der frühere Anti-Apartheid-Kämpfer und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu hat sich für die Behandlung einer Infektion ins Krankenhaus begeben. Das teilte seine Tochter am Mittwoch mit.

Der emeritierte südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu hat sich nach Angaben seiner Familie selbst ins Krankenhaus eingeliefert. Der 84-Jährige müsse wegen einer hartnäckigen Infektion behandelt werden, erklärte seine Tochter Thandeka Tutu-Gxashe am Mittwoch. Er werde ein bis zwei Wochen in der Klinik bleiben. Wegen der Infektion war der Friedensnobelpreisträger bereits im vergangenen Jahr drei Mal im Krankenhaus behandelt werden, zuletzt im August 2015.

Um welche Infektion es sich handelt, ging aus der am Mittwochabend veröffentlichten Erklärung nicht hervor. Bei Tutu war 1997 Prostata-Krebs diagnostiziert worden. Als Kind war Tutu an Kinderlähmung erkrankt, als Jugendlicher überstand er eine Tuberkulose-Infektion.

Der Geistliche bekam für seinen Kampf gegen das rassistische Apartheid-Regime 1984 den Friedensnobelpreis. Nach dem Übergang zur Demokratie 1994 wurde Tutu von Nelson Mandela zum Vorsitzenden der Wahrheits- und Versöhnungskommission bestimmt. Diese arbeitete die Verbrechen des Apartheid-Regimes auf.

Der langjährige Weggefährte Mandelas zog sich 2010 weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Als er im Juli in einer Videobotschaft zum Plenum der Welt-Aids-Konferenz im südafrikanischen Durban sprach, schien er abgemagert, aber ungebrochen scharfen Verstandes.

 

 

(lai/afp/dpa)
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