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Massenamnestie
Südkorea begnadigt 6500 Gefangene

Ein Ausflug zur nordkoreanischen Grenze
Ein Ausflug zur nordkoreanischen Grenze FOTO: dpa, jah
Seoul. In Südkorea kommt es zu einem einzigartigen politischen Maöver. Präsidentin Park Geun Hye entlässt 6500 Insassen aus den Gefängnissen, darunter auch ein milliardenschwerer Industriemagnat. Es geht um die nationale Aussöhnung.

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye hat eine Amnestie für 6500 Gefangene angekündigt, darunter ein bekannter Industriemagnat sowie weitere Geschäftsleute. "Ich habe mich zu speziellen Begnadigungen entschlossen, um die nationale Aussöhnung voranzutreiben und die Wirtschaft anzukurbeln", sagte Park am Donnerstag bei einer Kabinettssitzung. Der Straferlass erfolgt anlässlich des bevorstehenden 70. Jahrestags des Endes der japanischen Kolonialherrschaft über Korea.

Unter den freizulassenden Gefangenen sind zahlreiche Geschäftsleute, unter anderen der Chef des drittgrößten Konzerns des Landes. Der Chef der SK Group, Chey Tae Won, sitzt derzeit eine zweite Haftstrafe wegen Betrugs in Höhe von mehreren Millionen Dollar ab.

Kim Jong Un scherzt mit seinem Militär FOTO: afp, yt/tbr

Es ist bereits die zweite derartige Amnestie seit Parks Amtsantritt im Februar 2013. Die Freilassung Cheys dürfte der Staatschefin allerdings Kritik einbringen, da sie vor ihrem Amtsantritt angekündigt hatte, die mächtigen, familiengeführten Großkonzerne des Landes - die sogenannten Chaebol - zu reformieren. Die Konzerne waren immer wieder in Korruptionsskandale verwickelt. Südkoreas Justizminister Kim Hyun Woong begründete die jetzt anstehende Amnestie damit, dass die freizulassenden Geschäftsleute zur Ankurbelung der Wirtschaft des Landes beitragen könnten.

(AFP)
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