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Prostituiertenmorde in Ipswich: "Suffolk-Ripper" war Stammkunde

zuletzt aktualisiert: 18.12.2006 - 14:23

Ipswich (RPO). Die britische Polizei hat bei den Ermittlungen zum Mord an fünf Prostituierten einen Verdächtigen festgenommen. Sie verhaftete am Montag einen 37-jährigen Mann, der in der Nähe der Fundorte der Leichen wohnt.

Vorgestern gab er einer britischen Zeitung noch ein Interview, heute wurde der mutmaßliche Hurenmörder Tom S. verhaftet. Foto: AFP, AFP

Der Verdächtige sei am frühen Montagmorgen in seinem Haus in Trimley nahe der englischen Hafenstadt Felixstone unter Mordverdacht festgenommen worden, teilte Polizeichef und Ermittlungsleiter Stewart Gull mit. Der mutmaßliche Prostituiertenmörder ist ein Supermarktangestellter. Am Wochenende hatte Stephens dem Boulevardblatt "Sunday Mirror" ein ausführliches Interview gegeben. Darin sagte der Supermarktangestellte, er kenne alle fünf Opfer und sei bereits viermal von der Polizei vernommen worden.

Er bekannte, "die fünf schönsten Prostituierten von Ipswich" seit 18 Monaten regelmäßig besucht zu haben. "Ich bin ein Freund aller dieser Mädchen (...), und ich habe kein Alibi", hatte er dem Blatt gesagt. Er sei für die Mädchen eine Art "Beschützer" gewesen, fügte er hinzu. Theoretisch habe er die Möglichkeit zu den Taten gehabt, da "die Mädchen mir so sehr vertrauten". Gleichzeitig beteuerte Stephens seine Unschuld. Nachbarn beschrieben den 37-Jährigen als Einzelgänger.

In dem Ort Trimley riegelte die Polizei mehrere Häuser ab. Trimley liegt etwa 13 Kilometer südöstlich von Ipswich, wo alle fünf Opfer als Prostituierte gearbeitet hatten. Ihre nackten Leichen waren in einem Zeitraum von zehn Tagen vom 2. Dezember an im Umkreis von Ipswich gefunden worden. Bisher konnte nur bei zwei der fünf Opfer die Todesursache geklärt werden: Druck auf den Hals beziehungsweise strangulieren. Die Ergebnisse von drei weiteren Autopsien standen noch aus.

"Vom Polizei-Profil her sieht es nach mir aus: ein weißer Mann zwischen 25 und 40, der die Gegend kennt und merkwürdige Arbeitszeiten hat", hatte Tom S. noch vor seiner Verhaftung dem "Sunday Mirror" gesagt. Zudem habe er alle fünf Frauen gekannt. "Wenn neue Informationen, zufällige Informationen, hoch kommen, könnte ich verhaftet werden", sagte er weiter. Er sei aber zuversichtlich, nicht beschuldigt zu werden.

Der Fall hat in Großbritannien höchste Aufmerksamkeit erlangt. Die Polizei führt die Ermittlungen mit Hochdruck: Die 160 Kriminalpolizisten von Suffolk wurden um 340 Spezialisten verstärkt. Bis Sonntag gingen bei einer Hotline 10.000 Hinweise aus der Bevölkerung ein, sagte Polizeichef Gull.

Bei den Ermordeten handelt es sich um die 19-jährige Tania Nicol, die 24-jährigen Anneli Alderton und Paula Clennell sowie die 25-jährigen Gemma Adams und Annette Nicholls. Der Verhaftete S. sagte laut einer Meldung der britischen Nachrichtenagentur PA über seine Bekanntschaft mit den Frauen: "Ich kannte Gemma 18 Monate... Tania kannte ich sechs Monate; am Ende war ich mit ihr besser bekannt als mit Gemma. Anneli kannte ich überhaupt nicht; ich habe erst mit ihr gesprochen, nachdem Tania und Gemma vermisst wurden."

Er habe Alderton gefragt, ob sie etwas über das Verschwinden der beiden wisse. "Falls du etwas weißt, sag es der Polizei", habe er sie gebeten. "Falls du nicht mit der Polizei reden willst, sag es mir. Ich versuchte auch zu sagen: Bist du okay? Ich weiß nicht mehr, was ich zu sagen versuchte." Er habe versucht, so mit allen ihm bis dahin nicht bekannten Mädchen zu reden. Laut PA arbeitet S. bei einem Supermarkt in Martlesham.

Quelle: ap

 
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