Die Society-Lady Martha "Sunny" von Bülow ist im Pflegeheim "Mary Manning Walsh" in New York nach 28 Jahren im Koma gestorben.
Die amerikanische Millionen-Erbin hatte eine Schwäche für Männer, die einen altehrwürdigen europäischen Namen hatten. Ihr erster Gatte war Prinz Alfred von Auersperg, ein mittelloser Adeliger Tennislehrer. Nach acht Jahren Ehe kam 1965 die Scheidung, nachdem Martha alleine mit ihren beiden Kindern nach New York zurückgekehrt war. Ein Jahr später heiratete sie von Bülow.
Ihr zweiter Mann wurde zweimal wegen versuchten Mordes an ihr angeklagt. Von Bülow soll ihr eine Spritze Insulin verabreicht haben. Im dritten Prozess wurde dieser zentrale Anklagepunkt widerlegt. Nach den Prozessen erklärte von Bülow den Verzicht auf alle Ansprüche auf das auf 25 bis 40 Millionen Dollar geschätzte Vermögen seiner Frau. Er stimmte einer Scheidung zu, verließ die USA und zog keinen Profit aus der Sensationsgeschichte.
Die Verteidigung porträtierte Martha von Bülow in dritter Instanz als eine von Alkohol und Medikamenten abhängige Frau, die sich selbst ins Koma getrunken habe. Der Fall wurde in dem Buch "Reverse of Fortune" geschildert, der sogar mit Glenn Close und Jeremy Irons verfilmt wurde.
Die letzten 28 Jahre ihres Lebens verbrachte die Society-Ikone in diesem Pflegeheim. Im ersten Jahr - 1981 - hätten die Pflegekosten 375.000 Dollar betragen. Nach Schätzungen hat die Pflege in den 90er Jahren rund 1.500 Dollar am Tag - 547.000 Dollar im Jahr betragen. Martha von Bülow wurde 76 Jahre alt.