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Lebensmittel und Medizin
Neue Hilfskonvois auf dem Weg in belagerte syrische Städte

Syrien: Neue Hilfskonvois auf dem Weg in belagerte Städte
Ein Hilfskonvoi auf dem Weg nach Syrien. FOTO: dpa, bjw
Damaskus. Zwei Hilfskonvois haben sich am Donnerstag auf den Weg in belagerte Städte in Syrien gemacht. 44 Lastwagen waren von Damaskus aus unterwegs in das von syrischen Truppen umzingelte Madaja, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mitteilte. Weitere 17 Lkw fuhren demnach in die von Rebellen belagerten Städte Fua und Kafraja.

Die Lastwagen hatten Nahrungsmittel und Medikamente geladen, auch medizinische Teams befanden sich in dem Konvoi. Der IKRK-Sprecher Pawel Krzysiek bezeichnete die Lieferung von Mehl und Hygieneartikeln als "Priorität".

Linda Tom, Sprecherin des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Hilfe (Ocha), sagte, es sei besonders wichtig, dass Ärzte nach Madaja kämen, um dort die besonders Hilfsbedürftigen zu untersuchen. "In den kommenden Tagen" solle es noch einmal Hilfskonvois in die drei Städte geben.

Nach monatelangem Warten hatte am Montag erstmals ein Hilfskonvoi die hungernden Menschen in Madaja, Fua und Kafraja erreicht. Helfer berichteten von massiver Unterernährung unter der Bevölkerung und bezeichneten die humanitäre Lager als "katastrophal".

Madaja liegt in der Provinz Damaskus an der Grenze zum Libanon, die mehrheitlich von Schiiten bewohnten Städte Fua und Kafraja befinden sich in der nordwestlichen Provinz Idlib. Nach Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen verhungerten seit Anfang Dezember allein in Madaja 28 Menschen.

Der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe in Syrien, Yacoub El Hillo, sagte, Vertreter der Weltgesundheitsorganisation WHO führten "direkte Gespräche" mit den syrischen Behörden über die Möglichkeit, Menschen aus Madaja zu bringen, die dringend im Krankenhaus behandelt werden müssten. Bislang sei ein besonders behandlungsbedürftiges achtjähriges Mädchen zusammen mit seinen Eltern in die Hauptstadt Damaskus gebracht worden.

Ab dem 25. Januar sollen sich Vertreter des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad und seiner Gegner zu Gesprächen über eine Beilegung des jahrelangen Konflikts in Genf treffen. Ob und in welcher Form die Verhandlungen stattfinden, ist aber noch ungewiss.

(AFP)
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