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Syrien
Seit September 35 Tote bei Luftangriffen auf Krankenhäuser

Syrien: Seit September 35 Tote bei Luftangriffen auf Krankenhäuser
Russland und auch die USA fliegen in Syrien Luftangriffe. FOTO: 3502
Beirut. Bei Luftangriffen in Syrien sind nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (Médecins sans Frontières, MSF) seit Ende September mindestens 35 Syrer getötet worden. 72 weitere seien bei den Bombardements verletzt worden.

MSF kritisierte am Donnerstag, dass die Bombardierungen in den vergangenen Wochen "deutlich zugenommen" hätten. Getroffen wurden demnach zwölf Krankenhäuser in den Provinzen Idleb, Aleppo und Hama. Sechs der Krankenhäuser werden von MSF unterstützt.

Insgesamt seien sechs Kliniken gezwungen gewesen, den Betrieb einzustellen, hieß es weiter. Vier Krankenwagen seien zerstört worden. Wegen der Angriffe hätten zehntausende Menschen ihre Häuser verlassen müssen, erklärte MSF. Er sei entsetzt darüber, "wie leicht sich alle Parteien in diesem Konflikt über internationales humanitäres Recht hinwegsetzen", erklärte der MSF-Chef für Syrien, Sylvain Groulx.

Ende September hat Russland mit Luftangriffen in Syrien begonnen. Eine Koalition unter Führung der USA fliegt schon seit mehr als einem Jahr Luftangriffe in Syrien, die auf mutmaßliche Stellungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zielen. Washington wirft Moskau vor, nicht den IS zu bekämpfen, sondern vor allem gemäßigte Gegner des syrischen Machthabers Baschar al-Assad.

Die Außenminister der USA, Russlands, Saudi-Arabiens und der Türkei treffen sich am Donnerstag zu neuen Beratungen über den Syrien-Konflikt in Wien. Nach den ergebnislos vertagten Gesprächen am vergangenen Freitag wollen US-Außenminister John Kerry und Russlands Außenminister Sergej Lawrow mit ihrem türkischen Kollegen Feridun Sinirlioglu und Saudi-Arabiens Ressortchef Adel al-Dschubeir in der österreichischen Hauptstadt erneut über einen möglichen Ausweg aus dem Bürgerkrieg sprechen.

Die Gespräche werden am Freitag in größerer Runde fortgesetzt, dann soll neben Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SDP) erstmals auch der iranische Chefdiplomat Mohammed Dschawad Sarif mit am Tisch sitzen. Moskau und Teheran unterstützen die syrische Staatsführung. Die USA dringen hingegen auf eine Ablösung Assads.

(lsa/AFP)
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