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Umstrittenes Youtube-Video
Syrische Weißhelme ernten Kritik für "Mannequin Challenge"

Syrien: Weißhelme ernten Kritik für makabre "Mannequin Challenge"
Ein Ausschnitt aus dem umstrittenen Video. FOTO: Screenshot/Youtube: RFS Media Office
Düsseldorf. Die Mannequin-Challenge ist der aktuelle Video-Trend im Netz. Die syrischen Weißhelme wollten sich die Aktion zunutze machen, doch die Aktion ging nach hinten los. Die Hilfsorganisation ist massiv in die Kritik geraten.

Wie das Nachrichtenportal CNN berichtet, wollten die Weißhelme mit ihrer Mannequin-Challenge auf das Leid der Menschen in Syrien aufmerksam machen. Bei dieser Challenge versuchen die Beteiligten sich so lange wie möglich nicht zu bewegen.

Die Hilfsorganisation, die sich selbst als "Syrischer Zivilschutz" bezeichnet und Träger des alternativen Nobelpreises "Right Livelihood Awards" 2016 ist, besteht aus freiwilligen Helfern, die Menschen nach Bombenangriffen erste Hilfe leisten.

Dabei riskieren sie oftmals ihr eigenes Leben. Immer wieder werden Videos veröffentlicht, bei denen kleine Kinder und Babys gerettet werden. Im neuen Video wird nun die Rettung eines Verschütteten im Stil der Mannequin-Challenge inszeniert.

Nachdem viele empört auf das makabre Video reagierten, klärte die Organisation zusammen mit dem Medienunternehmen RFS Media (Revolutionary Forces of Syria Media) auf: Durch die Nutzung des viralen Internet-Trends sollte auch die westliche Welt von den Zuständen in Aleppo erfahren.

Offenbar entschuldige sich RFS Media, das den Clip veröffentlicht hatte, für den "Fehltritt" und auch im Namen der Freiwilligen, die im Video mitgewirkt hatten, wie CNN berichtet. Das Video soll dem RFS zufolge vom syrischen Regime dazu benutzt worden sein, Fakten zu verdrehen.

Drastische Maßnahmen für mehr Anteilnahme

Eines hat die "Mannequin Challenge" der Weißhelme auf jeden Fall erreicht: Sie hat weltweit Aufsehen erregt. RFS Media hatte schon vor einiger Zeit erfolgreich versucht, mit drastischen Bildern den Blick auf Syrien zu richten – beispielsweise wurde der Pokémon-Trend genutzt, um auf leidende Kinder im Bürgerkriegsgebiet aufmerksam zu machen.

(isw)
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