Afghanistan: Taliban erschießen sechs Deutsche
zuletzt aktualisiert: 07.08.2010 - 10:49Kabul (RPO). Im Nordosten Afghanistans sind nach Angaben der Polizei die Leichen von zehn ausländischen Ärzten gefunden worden. Unter den mit Kugeln durchsiebten Leichen befinden sich demnach auch sechs Deutsche. Zu den Morden bekannten sich Berichten zufolge die Taliban. Die radikalen Islamisten brüsten sich damit, "christliche Missionare" getötet zu haben.
Die Angaben über die Opfer sind jedoch widersprüchlich. Unter den Toten befindet sich nach Angaben einer christlichen Hilfsorganisation nur ein Deutscher. Insgesamt seien bei dem Überfall zehn Menschen - neben dem Deutschen ein Brite, sechs Amerikaner und zwei Afghanen - umgebracht worden, sagte der Direktor der Hilfsorganisation International Assistance Mission (IAM), Dirk Frans, am Samstag in Kabul. Die afghanische Polizei spricht hingegen von sechs toten Deutschen.
Ein Sprecher des Bundesaußenministeriums sagte, die deutsche Botschaft gehe den Berichten nach. Der Tod von Deutschen könne noch nicht bestätigt werden.
Der einzige Überlebende berichtet, dass die Gruppe vor allem aus Augenärzten bestanden habe, und auf dem Weg in die Nachbarprovinz Nuristan gewesen sei. Unter den Opfern seien auch US-Amerikaner.
Unter den Opfern auch Frauen
Die Mediziner seien am letzten Tag der Reise von einer Gruppe Bewaffneter angehalten worden. Diese hätten sie in einer Reihe aufgestellt und erschossen. Drei der getöteten Deutschen seien Frauen gewesen.
"Wir haben die Leichen von sechs Deutschen, zwei Amerikanern und zwei Afghanen gefunden", sagte der Polizeichef von Badachschan im bergigen Nordosten des Landes, Aka Noor Kintos.
Die Getöteten seien in einem dichten Waldgebiet gefunden worden. Ihre Körper seien von Kugeln durchsiebt worden, Ausrüstung und Geld seien gestohlen worden.
Die Taliban bekennen sich
Eine Sprecher der Taliban übernahm die Verantwortung für die Morde. Die Rebellen hätten "neun christliche Missionare" getötet, die Bibeln mit sich geführt hätten, sagte ein Taliban-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Zudem hätten sie Satellitennavigationsgeräte bei sich gehabt, um "die Postionen der Kämpfer" der Taliban aufzuzeichen.
Das Auswärtige Amt in Berlin konnte die Angaben über getötete Deutsche zunächst nicht bestätigen. "Unsere Botschaft in Kabul steht mit den afghanischen Stellen in Kontakt, um diese Meldung zu überprüfen", sagte ein Sprecher.
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