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4.000 Menschen auf der Flucht: Taliban verschanzt sich und wartet auf Nato

zuletzt aktualisiert: 17.06.2008 - 16:00

Arghandab/Afghanistan (RPO). In der Umgebung von Kandahar bereiten sich Taliban-Kämpfer offenbar auf neue Gefechte vor. Sie zerstören Brücken und legen Minen. "Wir haben den größten Teil des Gebietes besetzt, und es ist ein guter Ort, um zu kämpfen", ließ ein Taliban-Sprecher verlauten. Die afghanische Armee scheint unterdessen einen Großangriff auf mutmaßliche Taliban-Verstecke zu planen. 

24 Todesopfer verlangte der jüngste Selbstmordanschlag in Afghanistan.  Foto: AP, AP
24 Todesopfer verlangte der jüngste Selbstmordanschlag in Afghanistan. Foto: AP, AP

Mehr als 700 Familien, also rund 4.000 Menschen, seien laut Polizeisprecher Sardar Mohammad am Dienstag bereits aus dem Bezirk Arghandab, rund 15 Kilometer nordwestlich von Kandahar, geflohen.

Die Polizei stoppte Fahrzeuge östlich des Flusses Arghandab und durchsuchte Verdächtige. Taliban-Kämpfer haben nach Angaben aus Sicherheitskreisen mehrere Dörfer westlich des Flusses unter ihre Kontrolle gebracht. Die Streitkräfte erklärten, sie hätten bereits zusätzlich Soldaten von Kabul nach Kandahar geflogen.

Auch kanadische Soldaten waren in der Region im Einsatz. "Wenn wir die Erlaubnis der Kommandeure bekommen, werden wir die Taliban angreifen", sagte Mohammad. Flugzeuge der Nato ließen Flugblätter über Arghandab fallen, in denen sie die Menschen aufforderten, ihre Häuser nicht zu verlassen. Nach Angaben des afghanischen Verteidigungsministeriums wurden hunderte Soldaten in die Region verlegt, um gegen die Aufständischen vorzugehen.

Erst kürzlich hatte die Taliban bei einem Großangriff auf ein Gefängnis rund 400 Aufständische befreit. Einige der Befreiten hätten sich den Taliban in Arghandab angeschlossen, sagte ein Taliban-Sprecher, Mullah Ahmedullah, der Nachrichtenagentur AP. Insgesamt seien rund 400 Kämpfer von der Nachbarprovinz Chakres nach Arghandab gekommen. "Wir haben den größten Teil des Gebietes besetzt, und es ist ein guter Ort, um zu kämpfen", erklärte Ahmedullah weiter. "Jetzt warten wir auf die Nato - und die afghanischen Soldaten."

Einer der aus der Region geflohenen Afghanen sagte, die Familien seien ausgerechnet zur Erntezeit zur Flucht gezwungen worden. Viele stünden damit vor dem finanziellen Ruin. Arghandab verfügt über weitläufige Obstplantagen.

Quelle: ap

 
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