Rekordschnee in den Alpen: Tausende Haushalte in Österreich ohne Strom
zuletzt aktualisiert: 12.12.2008 - 13:52Wien/Rom (RPO). Die Alpenländer versinken im Schnee. Rekordschneemengen haben in Österreich, Schweiz und Frankreich zu massiven Verkehrsbehinderungen und Stromausfällen in mehreren tausend Haushalten geführt. In den Karnischen Alpen in Österreich wurde am Freitag die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Auch der Bahnverkehr war stark beeinträchtigt. In Italien herrschte unterdessen Hochwasseralarm. In Rom trat der Tiber wegen anhaltend heftiger Regenfälle über die Ufer.
In weiten Teilen Oberkärntens herrschte Lawinenwarnstufe Vier, wie APA weiter berichtete. Wegen der Lawinengefahr musste das Skigebiet Dreiländereck bei Arnoldstein gesperrt werden.
In Frankreich waren nach Angaben der Behörden noch rund 17.000 Haushalte ohne Strom, in Österreich etwa 3000. In den französischen Alpen, wo am Donnerstag in 45.000 Haushalten der Strom ausfiel, bemühen sich rund 400 Techniker, beschädigte Stromleitungen und Transformatoren zu reparieren. In Kärnten waren mehrere Täler von der Außenwelt abgeschnitten, Schulen und Kindergärten blieben geschlossen.
Binnen 24 Stunden fielen demnach im südlichen Osttirol bis zu 50 Zentimeter Neuschnee, im Raum Lienz und östlich davon sogar bis zu 75 Zentimeter. Noch wesentlich mehr Schnee bekam die Gemeinde Lesachtal ab: Dort beträgt der Neuschneezuwachs bis zu zwei Meter. Im Raum Klagenfurt ging laut APA der gesamte Niederschlag in Form von Regen nieder. Dort wurden am Freitag überschwemmte Keller gemeldet.
Drei Tote nach Regenfällen in Italien
In Rom stieg der Pegelstand des Tiber nach tagelangen heftigen Regenstürmen unterdessen auf sein höchstes Niveau seit 40 Jahren. Das Hochwasser lockte tausende Touristen zum Fotografieren auf die Brücken. Nach Angaben der Behörden könnten noch im Laufe des Tages die Abwässerkanäle in den nördlichen Vierteln der italienischen Hauptstadt überlaufen. Evakuierungen wurden zunächst jedoch nicht angeordnet. Seit Tagen halten schwere Regenfälle das ganze Land in Atem, im Norden gibt es auch Schneestürme.
Im süditalienischen Kalabrien stürzte bei Polistena eine vom Regen beschädigte Brücke ein. Sie begrub am Vorabend einen 55 Jahre alten Mann unter sich, der einem liegengebliebenen Autofahrer zu Hilfe kommen wollte. Zuvor waren bereits zwei Menschen wegen des Unwetters umgekommen. Am Stadtrand von Rom wurde die Leiche einer Frau geborgen, deren Wagen in einem überfluteten Tunnel gestrandet war. In Kalabrien erlitt ein 76-jähriger Rentner einen Herzinfarkt, als im Sturm ein Baum auf sein Auto stürzte. Zahlreiche Verkehrsverbindungen sind wegen der Wetterverhältnisse lahmgelegt, einige Regionen verlangen bereits die Verhängung des Notstandes.
Zahlreiche Unfälle in der Schweiz
In der Schweiz normalisierte sich die Situation für den Schwerverkehr wieder. Kein einziger Lastwagenfahrer musste die Nacht zum Freitag im Freien verbringen. Prekäre Straßenverhältnisse sorgten aber erneut für zahlreiche Unfälle und Streckenunterbrüche.
In Beinwil am See im Kanton Aargau ging ein Auto nach einer Kollision mit einem Schneepflug in Flammen auf. Der 19-jährige Fahrer konnte verletzt gerettet werden. Im solothurnischen Seewen geriet eine Autofahrerin, die mit Sommerreifen unterwegs war, auf einer steil abwärts führenden Straße ins Rutschen und kollidierte mit einem Postauto. Sie und ihre Beifahrerin wurden verletzt.
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