| 12.54 Uhr

Prozess beginnt
Taylor Swift wirft Radiomoderator sexuellen Übergriff vor

Taylor Swift wirft Radio-Moderator sexuellen Übergriff vor
Die amerikanische Sängerin Taylor Swift bei einem Konzert in Amerika im Februar 2017. Sie beschuldigt einen Radiomoderator, sie am Po begrapscht zu haben. FOTO: dpa, JS sab
Denver. Radiomoderator David Mueller fordert drei Millionen Dollar von Pop-Sängerin Taylor Swift, weil er gefeuert wurde. Swift möchte von Mueller einen Dollar - etwas anderes ist ihr wichtiger als Geld.

Taylor Swift war im Gerichtsaal anwesend, als ein Zivilprozess um entgegengesetzte Klagen der Sängerin und eines ehemaligen Radiomoderators am Montag mit der Geschworenenauswahl in Denver begann. Swift beschuldigt David Mueller, sie begrapscht zu haben.

Laut der Sängerin ereignete sich der Vorfall bei einem Konzert im Jahr 2013. Die heute 27-Jährige sagte, der Moderator habe ihr unter das Kleid an den Po gefasst. Dieser wies die Vorwürfe bisher jedoch vehement zurück. Sie und Mueller werden in dem Prozess voraussichtlich aussagen, bei ihrem ersten Aufeinandertreffen im Gericht würdigten sie sich jedoch keines Blickes.

Gefeuert nach Grapscher

Mueller sagt, er sei gefeuert worden, nachdem Swift ihn fälschlicherweise beschuldigt habe, sie begrapscht zu haben. Er fordert Schadenersatz von bis zu drei Millionen Dollar (2,5 Millionen Euro). Swift reichte eine Gegenklage ein, in der sie Mueller einen sexuellen Übergriff vorwirft. Swift fordert einen Dollar.

Tree Paine, die Publizistin der Sängerin Taylor Swift, auf dem Weg ins Gericht. FOTO: ap, dz

Vor allem aber möchte die Sängerin, dass das Gericht feststellt, dass Mueller sich falsch verhalten hat. Sie wolle anderen Frauen als Beispiel dienen, die sich scheuen, ähnliche Vorkommnisse öffentlich zu machen, heißt es in der Klageschrift. "Es war kein Unfall. Es war vollkommen Absicht", sagte Swift zu dem Vorfall. Swifts Bodyguard konfrontierte Mueller mit den Vorwürfen, die Polizei war jedoch nicht alarmiert worden.

Umstrittenes Foto

In Muellers Klage werden neben Swift die Mutter der Sängerin und ein Mitglied von Swifts Team als Beschuldigte genannt. Als Beweismittel soll in dem Prozess ein Foto des Treffens gezeigt werden, das laut Swift eindeutig zeigt, dass der Moderator sie begrapscht habe.

Mueller sagte, Swift hätte die Polizei kontaktieren sollen und nicht seine Vorgesetzten, die ihn kurze Zeit später feuerten. Muellers Anwalt Gabriel McFarland argumentiert, dass Swift möglicherweise von einer anderen Person begrapscht worden sei und den damals 51 Jahre alten Moderator fälschlicherweise beschuldige. Auch Mueller führt das damals aufgenommene Foto als Beweismittel an - für ihn belegt es, dass er sie nicht begrapschte. Auf dem Foto ist die Hand von Mueller auf Höhe ihres Pos zu sehen, es wird aber nicht ersichtlich, ob er sie berührt.

Geschworenenauswahl läuft

Mögliche Geschworene in dem Prozess wurden gefragt, ob sie Fans der Künstlerin oder des früheren Moderators einer Countrymusikshow seien. In einem 15-seitigen Fragebogen wurden Kandidaten auch gefragt, ob sie jemals auf unangemessene Weise angefasst worden seien, Swift bei einem Konzert gesehen, ihre Musik gekauft oder heruntergeladen hätten oder bei der Show im Juni 2013 gewesen seien, bei der Mueller Swift ihren Angaben zufolge begrapschte.

Die Geschworenenauswahl wird voraussichtlich bis Dienstag dauern. Insgesamt acht Geschworene werden ausgesucht. Das Gerichtsverfahren vor einem Bundesgericht könnte zwei Wochen dauern. Bereits am ersten Tag der Auswahl waren mehrere der 60 Kandidaten für die Jury abgelehnt worden, nachdem sie Fragen unpassend beantwortet hatten.

(sbl/ap)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Taylor Swift wirft Radio-Moderator sexuellen Übergriff vor


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.