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Anschläge von Bombay: Terror-Verdächtige in Indien festgenommen

zuletzt aktualisiert: 06.12.2008 - 15:19

Kalkutta (RPO). Erster Fahndungserfolg für die indische Polizei: Auf der Suche nach den Hintermännern der Attentate von Bombay wurden zwei Verdächtige festgenommen. Sie sollen den Angreifern SIM-Karten für Handys besorgt haben.  

Einer der Festgenommenen stammt aus dem indischen Teil Kaschmirs, der zweite kommt aus dem Unionsstaat Westbengalen, wie ein Polizeisprecher am Samstag mitteilte. Wie die Attentäter in Besitz der Telefonkarten gelangten und ob die beiden Festgenommenen von den Anschlagsplänen wussten, war zunächst unklar. Bei den Terrorangriffen in der vorigen Woche kamen 171 Menschen ums Leben.

Durch die Festnahmen wurde Indiens Annahme, dass die Anschläge ausschließlich auf pakistanische Extremisten zurückgehen, erneut infragegestellt. Der aus Westbengalen stammende Mann soll die Karten erstanden haben und sie dann an den Kaschmiri weiterverkauft haben. Dieser soll Berichten zufolge in der zwischen Indien und Pakistan umstrittenen mehrheitlich muslimischen Region Kaschmir als Polizist tätig gewesen sein.

Die indischen Ermittler brachten am Samstag zudem einen bereits im Februar festgenommenen Inder nach Bombay, um ihn auf eine mögliche Verbindung zu den Attentätern hin zu befragen. Faheem Ansari hatte bei seiner Festnahme zahlreiche detaillierte Skizzen von möglichen Anschlagszielen in Bombay bei sich.

Pakistan versetzte Luftwaffe in Alarmbereitschaft

Unterdessen wurde bekannt, wie gespannt die Lage zwischen den beiden Atommächten Indien und Pakistan unmittelbar nach den Anschlägen war. Ein Anrufer gab sich während der Anschläge im Gespräch mit dem pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari als indischer Außenminister Pranab Mukherjee aus und drohte mit einer militärischen Reaktion, wie ein ranghoher Sicherheitsbeamter und eine Zeitung am Samstag bestätigten. Daraufhin sei die pakistanische Luftwaffe in Alarmbereitschaft versetzt worden, berichtete die Zeitung "Dawn" weiter.

Das Missverständnis sei erst geklärt worden, nachdem US-Außenministerin Condoleezza Rice mit beiden Parteien telefonische Krisengespräche geführt habe. Die normalen Prozeduren, um die Identität eines Anrufers zu überprüfen, wurden "Dawn" zufolge wegen der Dringlichkeit der Situation nicht eingehalten.

Quelle: AP

 
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