| 01.53 Uhr

Keine Verbindung zu Terrorgruppen
Mindestens 26 Tote bei Schießerei in Kirche in Texas

Einzelschütze tötet 26 Menschen in texanischer US-Kirche
Sutherland Springs. Bei den Schüssen in einer Kirche in Texas am Sonntag sind nach Angaben des Gouverneurs des US-Staates 26 Menschen getötet worden - so viele wie noch nie bei einer Massenschießerei in Texas, sagte Greg Abbott bei einer Pressekonferenz Stunden nach dem Vorfall. Bei den Opfern handele es sich um Menschen im Alter zwischen fünf und 72 Jahren.

Laut den Berichten soll ein Mann gegen 11.30 Uhr Ortszeit (18.30 Uhr deutscher Zeit) während einer Andacht in der Baptistenkirche das Feuer auf die Gläubigen eröffnet haben. Augenzeugen zufolge soll der Schütze mehrere Male nachgeladen haben.

Sowohl überregionale US-Sender als auch lokale Medien berichteten von mehreren Toten, wobei die genauen Angaben über Stunden variierten. Am späten Abend deutscher Zeit sagte ein Behördensprecher der Nachrichtenagentur AP, bei dem Angriff seien mehr als 20 Menschen getötet worden. Diese Angaben deckten sich mit den Berichten verschiedener US-Sender. Die Zahlen zu Verletzten variierten zunächst. 

Verfolgungsjagd

Auch der Schütze soll tot sein. Er kam offenbar nach einer Verfolgungsjagd ums Leben. Es war allerdings noch unklar, ob er durch eine Polizeikugel starb oder selbst die Waffe gegen sich richtete. Der Mann habe in einem Vorort von San Antonio, das rund 40 Minuten mit dem Auto von Sutherland Springs entfernt liegt, gewohnt und anscheinend keine Verbindungen zu Terrorgruppen, hieß es später von offizieller Seite.

Schießerei in Kirche in Texas - viele Tote FOTO: dpa, NRW hpl

Fernsehsender und Fotos in den sozialen Netzwerken zeigten nach dem Angriff zahlreiche Krankenwagen vor der Kirche. Auch sollen Verletzte mit Rettungshubschraubern in Krankenhäuser gebracht worden sein.

Der Angriff ereignete sich in Sutherland Springs. Der kleine Ort im US-Bundesstaat Texas hat nur wenige hundert Einwohner und liegt etwa 50 Kilometer von San Antonio entfernt. Wie es weiter hieß, kommen im Durchschnitt 50 Menschen zu der sonntäglichen Andacht in die baptistische Kirche.

Unter den Opfern ist nach Angaben der Frau des Pastors, dessen Kirche Ziel des Attentats war, auch die 14-jährige Tochter des Paares. In einer Nachricht schrieb sie an die Nachrichtenagentur AP am Sonntag (Ortszeit), sie habe ihre Tochter und "viele Freunde" verloren. Zudem erklärte sie, sich gemeinsam mit ihrem Ehemann außerhalb der Stadt aufzuhalten. Sie versuchten derzeit, zurück nach Sutherland Springs zu gelangen.

Reaktionen

Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, schrieb auf Twitter: "Unsere Gebete sind bei all denen, die durch diese böswillige Tat zu Schaden gekommen sind." Weiterhin dankte er den Einsatzkräften.

US-Präsident Donald Trump wurde während seines Aufenthalts in Tokio über die Bluttat informiert und twitterte: "Möge Gott an der Seite der Menschen in Sutherland Springs sein. (...) Ich verfolge die Lage von Japan aus." Seine Reaktionen auf frühere Anschläge in Amerika waren jeweils sehr unterschiedlich ausgefallen und hatten für Kritik gesorgt.

Es handelt sich um das zweite große Blutbad durch eine Schusswaffenattacke innerhalb weniger Wochen in den USA. Erst vor fünf Wochen hatte ein Heckenschütze in Las Vegas 58 Besucher eines Countrymusik-Festivals getötet. Dies war das schlimmste mit Schusswaffen verübte Massaker der jüngeren US-Geschichte. Die Motive des Täters von Las Vegas sind bis heute unklar.

(hebu/sbl/AFP/ap/dpa/REU)