| 07.13 Uhr

Giftspritze
Texas richtet dritten Häftling in vier Wochen hin

Texas richtet dritten Häftling Gustavo Garcia in vier Wochen hin
Gustavo Garcia ist tot. FOTO: ap
Huntsville . Ein verurteilter Mörder ist in Texas wegen der Tötung eines Spirituosenladenmitarbeiters im Großraum Dallas vor mehr als 25 Jahren hingerichtet worden.

Gustavo Garcia erhielt am Dienstag in der Haftanstalt Huntsville die Giftspritze und wurde um 18.26 Uhr (Ortszeit) für tot erklärt. Der heute 43-Jährige war zum Tatzeitpunkt erst 18 Jahre alt gewesen. Es ist bereits die dritte Exekution in Texas in diesem Jahr. In keinem anderen US-Staat werden mehr Häftlinge hingerichtet.

"Gott segne euch. Bleibt stark. Ich bin fertig", sagte Garcia, bevor er die Spritze bekam. Er fügte hinzu, dass er seine Mutter und die ganze Familie liebe. Keiner seiner Angehörigen waren bei der Hinrichtung dabei.

Garcia wurde zum Tode verurteilt, weil er während eines Raubüberfalls am 9. Dezember 1990 den 43-jährigen Craig Turski erschossen hatte.
Die Tat in Plano war einer von zwei Morden während Überfällen, die in dem Vorort von Dallas mit Garcia und einem 15-Jährigen in Verbindung gebracht wurden. Der andere Teenager wurde zu lebenslanger Haft verurteilt - sein Alter machte ihn untauglich dafür, dass auch er die Todesstrafe erhielt.

Gerichtsakten zeigen, dass Garcia Turski zunächst in den Bauch schoss, dann nachlud und einen weiteren Schuss in den Hinterkopf des Mannes abgab. Einen Monat später überfielen Garcia und sein Komplize einen Lebensmittelladen, wo sie den 18-jährigen Gregory Martin mit einer abgesägten Schrotflinte töteten. Wie Ermittler später herausfanden, war es dieselbe Tatwaffe wie beim Mord an Turski.

An Thanksgiving 1998 versuchten Garcia und fünf andere Todestraktinsassen einen Ausbruch aus der Haft. Die Wärter eröffneten das Feuer auf sie, woraufhin sie sich ergaben. Ein siebter zum Tode verurteilter Häftling, Martin Gurule, wurde angeschossen, schaffte aber die Flucht. Er war der erste Gefangene seit einem Gangmitglied von Bonnie und Clyde 1934, der aus dem Todestrakt in Texas türmen konnte. Seine Leiche wurde eine Woche später in einem Bach gefunden.
Eine Autopsie ergab, dass er ertrunken war.

"Zumindest kann ich sagen, dass ich es versucht habe", sagte Garcia nach seinem Ausbruchsversuch in einem Interview der Nachrichtenagentur AP im Jahr 1999. "Der Exekution gegenüberzustehen ist furchteinflößender", sagte er.

Garcias Anwälte verzichteten auf letzte gerichtliche Versuche, um die Exekution zu stoppen. Zuvor hatte sich der Oberste Gerichtshof der USA vergangene Woche geweigert, sich des Falls erneut anzunehmen.

Bislang sind in den USA in diesem Jahr sechs Häftlinge hingerichtet worden. Neben den drei Insassen in Texas war es jeweils einer in Florida, Alabama und Georgia. Im Jahr 2015 gab es in den Vereinigten Staaten insgesamt 28 Exekutionen - 13 davon in Texas.

(lukra/ap)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Texas richtet dritten Häftling Gustavo Garcia in vier Wochen hin


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.