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Protest gegen China:
Tibeter stirbt nach Selbstverbrennung

Neu Delhi. Ein 16-Jähriger ist drei Tage nach seinem Protest in Tibet gegen die chinesische Herrschaft an seinen Brandverletzungen gestorben. Der Jugendliche hatte sich am Montag in der im Norden des Landes liegenden Stadt Dehradun angezündet. 

Seine Haut sei zu 98 Prozent verbrannt gewesen, teilte das behandelnde Krankenhaus in Neu Delhi mit. Er sei am Donnerstagabend gestorben. Der Jugendliche hatte sich am Montag in der im Norden des Landes liegenden Stadt Dehradun angezündet und war für die Behandlung nach Neu Delhi gebracht worden.

Ebenfalls am Montag hatte sich ein tibetischer Mönch in China in der traditionell tibetisch geprägten autonomen Präfektur Garzê im Westen der Provinz Sichuan selbst angezündet. Tibetischen Exilanten zufolge haben sich in den vergangenen fünf Jahren mindestens 114 Mönche und Laien aus Protest selbst in Brand gesteckt, die meisten starben. Radio Free Asia gibt die Zahl mit 144 seit dem Jahr 2009 an.

Tibetische Mönche und Nonnen gehören zu den aktivsten Gegnern der chinesischen Herrschaft in der Region. Viele Protestler fordern auch die Rückkehr ihres geistlichen Oberhaupts Dalai Lama, der während eines gescheiterten Aufstands gegen chinesische Sicherheitskräfte im Jahr 1959 aus Tibet geflohen war.

Peking wirft dem Dalai Lama und anderen Persönlichkeiten vor, zu Selbstverbrennungen aufzurufen. Zudem weist China auf umfassende Investitionen hin, die es in Wirtschaft und Lebensqualität in der Region gesteckt habe. Der Dalai Lama erklärt, er sei gegen jegliche Gewalt.

 

(haka/ap)
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