Nach Angriff auf Polizeiwache: Tibetische Mönche werden festgenommen
zuletzt aktualisiert: 22.03.2009 - 14:51Peking (RPO). Tibetische Mönche haben am Sonntag eine Polizeiwache in einem tibetischen Gebiet in Nordwestchina angegriffen. Fast 100 Mönche wurden festgenommen. Hintergrund des Protestes war offenbar das Verschwinden eines Mannes, der sich in der Provinz Qinghai in Polizeigewahrsam befand.
89 Menschen hätten sich selbst der Polizei gestellt, weitere sechs seien festgenommen worden, berichtete die chinesische amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Bei allen außer zweien habe es sich um Mönche gehandelt.
Gegen den Mann, dessen Verschwinden offenbar den Sturm der Polizeiwache auslöste, wurde wegen Unterstützung separatistischer Bestrebungen ermittelt. Laut der von Exiltibetern betriebenen Website flüchtete der 28-jährige Mönch aus der Polizeiwache und nahm sich im Gelben Fluss das Leben. Xinhua berichtete unter Berufung auf die Behörden, der Mann sei der Polizei entkommen und befinde sich auf der Flucht.
An dem Angriff auf die Wache in Ragya beteiligen sich am Samstag laut Xinhua mehrere hundert Menschen, darunter fast 100 Mönche des dortigen Klosters. Ein Exiltibeter im indischen Dharamsala erklärte unter Berufung auf Bewohner von Ragya, an dem Protest hätten etwa 2000 Menschen teilgenommen. Ragya liegt in der tibetischen Präfektur Golog. Die Menge habe Polizisten und Regierungsbeamte angegriffen. Dabei seien einige Menschen leicht verletzt worden. Nach weiteren Mönchen, die an den Zusammenstößen beteiligt gewesen sein sollen, wird laut Xinhua gefahndet.
Qinghai und die Provinzen Sichuan und Gansu waren im vergangenen Jahr auch Schauplatz von wochenlangen Unruhen, die am 14. März ihren Ausgang in der tibetischen Hauptstadt Lhasa nahmen. Dabei kamen nach offiziellen Angaben 22 Menschen ums Leben. Nach Schätzungen von Exiltibetern war die Zahl der Toten jedoch zehn Mal so hoch. Am 10. März jährte sich der Aufstand gegen die chinesische Herrschaft in Tibet zum 50. Mal, am 17. März vor 50 Jahren flüchtete der Dalai Lama ins indische Exil. Vor den Jahrestagen verhängte Peking verschärfte Sicherheitsmaßnahmen.
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