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Journalisten während Live-Sendung erschossen
Todesschütze von Virginia verärgerte mehrfach Kollegen

Roanoke. Der ehemalige Lokalreporter, der während einer Live-Sendung zwei US-Journalisten erschoss, hat nach Angaben seines früheren Chefs während seiner Zeit bei dem Sender mehrfach seine Kollegen "verärgert".

Zu keinem Zeitpunkt habe es aber Hinweise auf psychische Probleme von Vester Lee Flanagan gegeben, sagte WDBJ7-Chef Jeffrey Marks am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Es sei noch immer unklar, was in "diesen zweieinhalb Jahren mit ihm passierte", sagte Marks über die Zeit seit der Entlassung Flanagans.

Der 41-Jährige war am Mittwoch bei einem Live-Interview in einer Morgensendung des Senders im Staat Virginia aufgetaucht und hatte die Reporterin Alison Parker und den Kameramann Adam Ward vor laufender Kamera erschossen. Er flüchtete anschließend, verunglückte dabei aber und nahm sich nach Polizeiangaben in seinem Auto das Leben. Flanagan arbeitete von März 2012 bis Februar 2013 für den Sender.

Senderchef Marks sagte auf der Pressekonferenz weiter, der Sender habe ein "sehr sorgfältiges Programm" zur Auswahl der Mitarbeiter und Flanagan habe ausschließlich positive Referenzen mitgebracht. Erst nach seiner Anstellung fiel er demnach auf. "Vesters Verhalten verärgerte eine Menge Leute." Schon 2013 erhob er demnach außerdem Vorwürfe, ungerecht behandelt zu werden, diese seien aber geprüft und als haltlos eingestuft worden.

Als er den Sender verlassen habe, sei er von der Polizei nach draußen begleitet worden und habe dem Nachrichtenchef dabei ein Holzkreuz mit den Worten "Das wirst du brauchen" überreicht. Er machte demnach auch eine "abfällige Bemerkung" in Richtung des Kameramanns Ward, eines seiner jetzigen beiden Opfer.

(AFP)
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