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Sturm in der Karibik
Hurrikan "Maria" verwüstet Puerto Rico

Hurrikan "Maria": Wirbelsturm auf Kategorie 5 heraufgestuft
Roseau. Hurrikan "Maria" hat bei seinem Eintreffen in Puerto Rico große Schäden und Stromausfälle verursacht. Es gibt den Behörden zufolge Überschwemmungen und viele zerstörte Häuser in dem US-Außengebiet, das östlich der Dominikanischen Republik liegt.

Hurrikan "Maria" ist am Mittwoch in der Küstenstadt Yabucoa im Südosten von Puerto Rico auf Land getroffen. Nach Angaben von Meteorologen wurde erwartet, dass der Sturm der Kategorie vier die Insel in einem Zeitraum von zwölf bis 24 Stunden mit lebensgefährlichem Wind plagen würde. Als sich der Sturm vor Morgendämmerung (Ortszeit) näherte, flogen bereits Mettalldächer von Gebäuden und Fenster zerbrachen. Knapp 900.000 Menschen waren ohne Strom.

Der Wirbelsturm bringe Windgeschwindigkeiten von 230 Stundenkilometern mit Böen noch darüber, teilte das US-Hurrikanzentrum mit. "Das ist ein nie da gewesener Sturm", sagte Puerto Ricos Gouverneur Ricardo Rossello dem US-Sender NBC. "Außerdem ist es ein langsamer Sturm. Er wird für eine Weile in Puerto Rico sein." Derzeit bewegt sich das Zentrum von "Maria" mit rund 20 Stundenkilometern Richtung Nordwesten.

Hurrikan "Maria" fegt über Puerto Rico hinweg FOTO: rtr, CGR/wy

"Maria" soll dem Hurrikanzentrum zufolge bis Mittwochnachmittag (Ortszeit) über Puerto Rico hinweggezogen sein und Kurs auf die Küste der Dominikanischen Republik nehmen. "Puerto Rico wird, wenn wir das hier überstanden haben werden, definitiv eine zerstörte Insel sein", sagte der Direktor der Notfallbehörde, Abner Gómez, am Mittwoch in einer Pressekonferenz.

Holzhäuser nicht sicher vor Überflutungen und Böen

Der US-Wetterdienst warnte vor Überschwemmungen, da es weiter regnen werde. Zuletzt stand das Wasser im Hafen von Yabucoa etwa 1,6 Meter über der mittleren Fluthöhe. Rosello warnte davor, dass viele Häuser auf Puerto Rico aus Holz seien. Bei dem gewaltigen Böen und erwarteten Überflutungen hätten diese Häuser "keine Chance".

Im Karibikstaat Dominica gab es nach Angaben eines Beraters von Ministerpräsident Roosevelt Skerrit sieben bestätigte Todesfälle durch Hurrikan "Maria". Die Zahl der Toten durch den Sturm stieg damit auf neun. Auf der französischen Insel Guadeloupe gab es nach Behördenangaben zwei Todesfälle. Es habe einen "gewaltigen Verlust von Unterkünften und öffentlichen Gebäuden" gegeben, sagte Hartley Henry. Der Sturm hatte das Land am Montag und Dienstag getroffen. Er unterbrach die Kommunikationsverbindungen der gesamten Insel.

Mehr als 10.000 Menschen in Notunterkünften

Gouverneur Ricardo Rosselló Nevares forderte US-Präsident Donald Trump auf, für die gesamte Insel mit ihren 3,4 Millionen Einwohnern den Katastrophenzustand zu erklären, um rasche Hilfsmaßnahmen zu veranlassen. 

Die Regierung Puerto Ricos richtete 500 Notunterkünfte auf der ganzen Insel ein. Rosselló teilte am frühen Mittwochmorgen auf Twitter mit, dass bislang 10.059 Menschen und 189 Haustiere in den bereitgestellten Unterkünften gezählt worden seien. Der Flughafen der Hauptstadt San Juan sollte geschlossen werden.

(felt/dpa)
 
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