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Waldbrände außer Kontrolle
Touristen leiden unter Hitzewelle in Südeuropa

Touristen leiden unter Hitzewelle in Südeuropa - Waldbrände außer Kontrolle
Die Uffizien mussten geschlossen werden, da die Klimaanlagen ausgefallen sind. Italien leidet wie ganz Südeuropa an einer extremen Hitzewelle. FOTO: dpa, SO wal kno
Belgrad/Athen. Gewöhnlich locken gerade hohe Temperaturen und Sonnengarantie in den Süden Europas. Derzeit wird die Hitzewelle aber auch Touristen zu viel. In Frankreich flüchten sich Urlauber in Höhlen, in Italien warnen Gesundheitsminister. Waldspaziergänge sind aufgrund der Brandgefahr riskant – und ein Ende ist nicht in Sicht. 

In Frankreich treibt die Hitzewelle Touristen auf der Suche nach Erfrischung in kühle Höhlen. In der Tropfsteinhöhle Saint-Marcel im Ardèche-Tal stieg die Besucherzahl seit Beginn der Hitzephase um zehn Prozent, wie die Mitarbeiterin Linda Benini sagte. In der Grotte herrschen Temperaturen von 14 Grad. "Die Leute sagen uns: 'Diese natürliche Klimaanlage ist ein Segen'", berichtet Benini.

Seit Tagen halten hohe Temperaturen um 40 Grad Frankreichs Südosten fest im Griff. Auf Korsika kämpfen Feuerwehrleute und Löschflugzeuge seit Mittwoch gegen einen Waldbrand. Schon 170 Hektar sind zerstört.

Doch nicht nur in Frankreich, in ganz Südeuropa jagt ein Hitzerekord den nächsten.

In Kroatien erreichte der Stromverbrauch wegen der vielen Klimaanlagen im Hochbetrieb einen Allzeitrekord. "Kroatische Hölle", titelte die Zeitung "Jutarnji list" in Zagreb. Die Feuerwehr kämpfte gegen Waldbrände.

Kroatien: Waldbrände bedrohen die Stadt Split

In Bosnien-Herzegowina riefen die Behörden bereits den vierten Tag in Folge die rote Wetteralarmstufe bei 42 Grad aus. Spaßvögel brieten – wie in solchen Situationen üblich – wieder Eier auf Straßenasphalt und Motorhauben von Autos. Am Donnerstag waren in Österreich in der Wiener Innenstadt als Hitzepol des Landes 38,9 Grad gemessen worden. Die Fiaker-Pferde bekamen hitzefrei.

Albanien will Ausnahmezustand ausrufen 

Albaniens Innenministerium verlangte wegen zahlreicher Brände die Ausrufung des Ausnahmezustandes, der aber noch nicht verhängt wurde, weil die neue Regierung nach der Parlamentswahl noch nicht steht. Nach einem Hilferuf an den Nachbarn schickte Griechenland zwei Löschflugzeuge.

In Griechenland selbst, wo ebenso wie auf Zypern die Hitzewelle für die kommende Woche erwartet wird, waren in den vergangenen vier Tagen mehr als 150 Brände ausgebrochen. Die mit Hubschraubern und Flugzeugen gelöschten Feuer wurden zum Teil durch Brandstiftung von Bodenspekulanten ausgelöst. Drei Feuerwehrleute wurden verletzt.

In Spanien gilt zweithöchste Alarmstufe 

Zwar sind die Menschen in Spanien und Portugal im Sommer an hohe Temperaturen gewohnt, dieser Tage kommt es in vielen Regionen der iberischen Halbinsel allerdings ganz dick: In Spanien galt am Freitag in 16 der insgesamt 50 Provinzen des Landes aufgrund der extremen Hitze mit Temperaturen von bis zu 42 Grad die zweithöchste Alarmstufe. Vor allem im Süden des Landes sowie auf Mallorca und Ibiza ist man auf Ventilator und Klimaanlage angewiesen.

Auf des Deutschen liebster Urlaubsinsel wird das Thermometer nach Angaben der Meteorologen auch in den nächsten Tagen auf bis 39 Grad klettern. Schon seit Tagen köchelt die Insel Mallorca bei Temperaturen um die 40 Grad vor sich hin. "Kaum auszuhalten", klagte die "Mallorca Zeitung". Das "Mallorca Magazin" warnte: "Hundstage gehen am Wochenende weiter".

Weltberühmten Uffizien müssen schließen

Schwitzen auch in Italien: Das Gesundheitsministerium rief am Freitag erneut für Städte im ganzen Land die höchste Warnstufe aus – darunter Rom, Neapel, Venedig und Florenz. In der dortigen Galerie der Uffizien fiel zu allem Überfluss die Klimaanlage aus. Das weltberühmte Kunstmuseum musste schließen.

Rauchsäulen über den Stränden Italiens. FOTO: dpa, EI wal pat

Die ausgestellten Meisterwerke seien aber nicht in Gefahr, versicherte Direktor Eike Schmidt der Nachrichtenagentur Ansa. In der Region Kampanien bei Neapel lagen die gefühlten Temperaturen laut dem Wetterdienst des Verteidigungsministeriums bei mehr als 50 Grad.

(beaw/dpa)
 
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