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17-Jährige Überlebende berichtet: Touristinnen auf Kapverden zu Tode gesteinigt

zuletzt aktualisiert: 12.02.2007 - 06:56

Rom (RPO). Mindestens zwei Männer haben auf den Kapverdischen Inseln drei italienische Touristinnen mit Betäubungsspray angegriffen, in einen Wald gezerrt, in eine Grube gestoßen und gesteinigt. Eine der Frauen sollen sie noch lebendig verscharrt haben. Eine 17-Jährige überlebte das Verbrechen schwer verletzt.

Die 17-jährige Überlebende der Bluttat berichtete, die drei Frauen seien nach einem Angriff mit Betäubungsspray in den Wald gezerrt, in eine Grube gestoßen und mit Steinen beworfen worden. Die 28 und 33 Jahre alten Begleiterinnen des Mädchens wurden dabei der Polizei zufolge tödlich getroffen.

Die 17-Jährige wurde von einem Stein am Kopf getroffen, überlebte jedoch schwer verletzt. In einem Interview mit dem Sender Sky TG24 in einem kapverdischen Krankenhaus sagte sie, einer der Angreifer habe sie und die anderen Frauen zum Abendessen eingeladen. Mit einer von ihnen habe er anscheinend eine Beziehung gehabt.

Nachdem die Männer sie mit einem lähmenden Spray angegriffen hätten, habe der vermeintliche Gastgeber «getan, was er getan hat», sagte die junge Frau. Als ein Steinhagel auf sie niederging, sei sie ohnmächtig geworden. Nachdem sie wieder zu Bewusstsein gekommen sei, sei sie aus dem Loch geklettert und eine Straße entlang gegangen, bis sie Hilfe gefunden habe.

Eine der getöteten Frauen war nach Angaben des italienischen Honorarkonsuls offenbar noch am Leben, als die Täter ihre Opfer verscharrten. Bei der Autopsie sei Erde in ihrer Lunge gefunden worden, erklärte Zirpoli am Sonntag in einem Fernsehinterview. Einer der Männer sei eifersüchtig auf eine der Frauen gewesen und habe ihr «eine schwere Lektion» erteilen wollen, weil sie sich geweigert habe, eine vergangene Beziehung mit ihm fortzusetzen. Hinweise auf einen sexuellen Missbrauch der Frauen gebe es nach ersten Autopsie-Ergebnissen jedoch offenbar nicht.

Die 17-jährige Überlebende habe versucht, per SMS Hilfe zu rufen, als ihre Begleiterinnen attackiert worden seien, berichtete der Honorarkonsul. Als die Täter dies bemerkten, «schlugen sie ihr zwei Mal mit einem sehr großen Stein auf den Kopf.» Als sie wieder zu sich gekommen sei, habe sie sich bis Freitagmorgen versteckt gehalten und schließlich bei einem nahe gelegenen Hotel Hilfe gesucht.

Zwei festgenommene einheimische Männer haben die Tat nach Angaben des italienischen Honorarkonsuls Luigi Zirpoli inzwischen gestanden. Ein dritter Verdächtiger sei auf Kaution entlassen worden.

Ministerpräsident Romano Prodi äußerte sich entsetzt über das Verbrechen. Das Außenministerium in Rom erklärte, die Frauen seien «barbarisch ermordet» worden und entsandte einen Diplomaten aus Dakar im Senegal auf die Kapverden. Die Gewalttat wurde in der Nacht zum Freitag auf der Insel Sal verübt, auf der die drei Frauen mit einer Surfer-Gruppe Urlaub machten. Die Kapverden gelten in Italien als Ferienparadies für Windsurfer.

Quelle: apbackup

 
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