| 18.05 Uhr

Krawalle in Baltimore
Mutter faltet randalierenden Sohn zusammen

Fotos: Ausgangsperre nach Krawallen in Baltimore
Fotos: Ausgangsperre nach Krawallen in Baltimore FOTO: ap
Düsseldorf. Als Toya Graham live im Fernsehen ihren 16-jährigen Sohn mitten in den Krawallen von Baltimore entdeckte, zögerte sie keine Sekunde. Wutentbrannt stürmte sie auf die Straße, zerrte ihren Jungen aus der Menge und verabreichte ihm eine gehörige Abreibung.

Die Bilder der energischen Mutter gingen nur wenig später über alle amerikanischen Sender. Weltweit wird die 42-jährige Alleinerziehende jetzt für ihre Courage gefeiert. Vom Zorn gepackt hatte sie ihren Sohn aus dem randalierenden Mob gezogen.

Anderen hätten die Krawalle und die Ansammlung dunkel gekleideter Gewalttäter vielleicht Angst eingeflößt. Nicht aber dieser liebenden Mutter. Der 16-jährige Michael hat keine Chance ihr zu entkommen.

Obwohl er sich wie die anderen Männer vermummt hat, sieht der junge Mann wie ein hilfloses Kaninchen aus, als seine Mutter ihn am Nacken packt und über die Straße zerrt. Es setzt Ohrfeigen, mehrfach, mit der flachen rechten Hand. Mit der linken hält sie seinen Kopf fest, damit er ihn nicht wegziehen kann.

Dazu schreit sie ihn an in ihrer Wut, faltet Michael nach allen Regeln der Kunst zusammen. "Komm sofort hierher! Beweg deinen Hintern!", schnauzt sie ihn an. Er soll diese verfluchte Kapuze abnehmen. Mit Erfolg: Michael spurt. Die Angst vor dem Zorn der Mutter ist in seinen Blicken zu sehen.

Ein Augenzeuge hielt die Szene mit der Kamera fest und stellte das Video ins Internet. Seitdem feiert Amerika die Mutter und ihre tatkräftige Fürsorge.

Wegen ihrer knallharten Erziehungsmaßnahmen ist Toya Graham inzwischen ein gefragter Interviewpartner. "Ich schaute in die Menge und da kam mein Sohn über die Straße mit einem Kapuzenpullover und einer Maske über dem Kopf", schilderte sie CBS den Vorfall. Da habe etwas bei ihr ausgesetzt. "Ich war schockiert, ich war wütend, denn du willst niemals sehen, wie dein eigenes Kind da draußen mitmischt."

Ihr Handeln erklärt sie mit ihrer Sorge, dass ihrem Sohn etwas zustoßen könnte. "Er ist mein einziger Sohn", sagte sie dem Sender. "Ich will nicht, dass er so endet wie Freddie Gray."

Der Tod des 25-jährigen Freddie Gray war der Auslöser der gewalttätigen Proteste in Baltimore. Er war Mitte April in einem Krankenhaus gestorben, nachdem Polizisten ihm offenbar beim Transport in einem Gefängnistransporter schwere Verletzungen zugefügt hatten.

 
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