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Flugzeugunglück in Indonesien
Trigana-Air-Maschine flog offenbar gegen Berg

Jakarta. Bewohner der indonesischen Provinz Papua haben nach Behördenangaben das Wrack eines seit Sonntag vermissten indonesischen Passagierflugzeugs entdeckt. Die Maschine mit 54 Menschen an Bord sei laut den Einwohnern gegen einen Berg geflogen.

Das erklärte ein ranghoher Vertreter des Verkehrsministeriums am Sonntag. Die Angaben würden derzeit überprüft.Das Flugzeug war offenbar bei schlechtem Wetter im bergigen Ostindonesien abgestürzt. Eine halbe Stunde nach dem Start und zehn Minuten vor der geplanten Landung sei der Kontakt abgebrochen, teilte die Such- und Rettungsbehörde mit.

Die Turboprop-Maschine der Regionalfluggesellschaft Trigana Air war am Sonntag in der Provinzhauptstadt Jayapura an der Küste gestartet und sollte ins Landesinnere nach Oksibil fliegen, etwa 50 Flugminuten weiter südlich. Dort kam sie nie an, wie der Such- und Rettungsdienst berichtete.

Retter und Sicherheitsbehörden durchforsten die Karten des Gebietes, in dem die Maschine abgestürzt ist. FOTO: afp, RG/fk

Spekulationen über eine Unglücksursache gab es zunächst nicht, allerdings könnte schlechtes Wetter eine Rolle gespielt haben. "Schwieriges Terrain und schlechtes Wetter machen die Suche schwierig", sagte der Sprecher des Transportministeriums, Julius Barata. Der Großteil der riesigen Provinz besteht aus dichtem Dschungel. Es gibt nur wenig Straßen. In Ostwestrichtung erstreckt sich eine Bergkette durch die Provinz, mit dem höchsten Gipfel, dem Puncak Jaya, auf gut 4880 Metern.

Papua gilt als Unruheprovinz, weil dort seit mehr als 40 Jahren Unabhängigkeitskämpfer aktiv sind. Indonesien hatte das von den Niederlanden verwaltete Gebiet nach einem umstrittenen Referendum 1969 eingemeindet. Ausländer dürfen nur mit Sondergenehmigung in die Region reisen.

Die Maschine vom Typ ATR42 flog für die lokale Fluggesellschaft Trigana Air. Nach Angaben der von einem ehemaligen Sicherheitsexperten des US-Herstellers Boeing gegründeten Webseite airsafe.com gab es seit 1987 sieben Unfälle mit Maschinen dieses Typs. Zuletzt setzte eine Maschine 2010 in Venezuela vor der Landebahn auf. 17 von 51 Menschen an Bord seien ums Leben gekommen.

Die ATR 42 wird mit einer Reichweite von rund 1500 Kilometern wird im Regionalverkehr eingesetzt. Sie ist etwa 23 Meter lang und hat maximal 50 Sitze. Das Flugzeug wird von ATR gebaut, einem Gemeinschaftsunternehmen der Airbus-Gruppe und des italienischen Herstellers Alenia Aermacchi. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Regionalflugzeuge.

(dpa/REU)
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