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Trockenperiode in den USA
Waldbrand in Kalifornien verschlingt 20 Autos

Trockenperiode - Waldbrand in Kalifornien treibt Autofahrer in die Flucht
Das Feuer an der Autobahn zwischen Los Angeles und Las Vegas. FOTO: ap
Los Angeles. Ein Waldbrand im US-Bundesstaat Kalifornien hat eine Autobahn erfasst. Dabei sind 20 Autos abgebrannt. Zwei Personen wurden verletzt. Die US-Feuerwehr führt einen beinahe aussichtslosen Kampf.

Ein heftiger Waldbrand hat eine Autobahn im Süden des US-Staates Kalifornien erfasst und 20 Autos in Flammen aufgehen lassen. Zahlreiche Autofahrer sprangen aus ihren Fahrzeugen und flohen zu Fuß, wie die Behörden am Freitag (Ortszeit) mitteilten. Zwei Menschen wurden leicht verletzt. Auf der Autobahn zwischen dem Süden Kaliforniens und Las Vegas standen zwischen 50 und 75 verlassene Fahrzeuge herum, unter ihnen ein Sattelschlepper mit Personenwagen und Anhänger mit Boot.

Das Feuer brach im Cajon-Pass, 88 Kilometer nordöstlich von Los Angeles aus, fraß sich rasend schnell durch das knochentrockene Unterholz und vernichtete gut 1400 Hektar Land, wie Uriah Hernandez vom US-Forstamt sagte. Mindestens vier Häuser fielen den Flammen zum Opfer, rund 50 waren bedroht. Etwa 1000 Feuerwehrleute waren im Einsatz, sie konnten den Brand aber nur zu einem geringen Teil unter Kontrolle bringen.

Autofahrer berichten von verrückten Szenen

Auf dem Freeway festsitzende Fahrer beschrieben qualvolle Szenen. "Es ist verrückt, du schaust auf schwarze und weiße Rauchwolken", sagte der 43-jährige Chris Patterson in seinem Fahrzeug. Es schaue so aus, als ob die Flammen jederzeit auch andere Autos ergreifen könnten.

Der 45 Jahre alte Russell Allevato berichtete, die Autos hätten sich wegen des Rauchs gestaut. Als sich das Feuer der Fahrbahn näherte, seien alle davongestoben. "Hunderte und Hunderte rannten die Berge hinauf", sagte er. Der Leihwagen, in dem er mit vier Jugendlichen unterwegs war, sei verbrannt.

Panik und Hitze

Der 29-jährige Lance Andrade sagte, die Menschen seien in Panik auf sein Auto zugerannt. Er sei ebenfalls geflüchtet, habe jedoch gar nicht gewusst wohin, weil um ihn herum alles voll Rauch und Flammen war. Er habe sich mit sechs Anderen in einen Kleinlastwagen gehockt. Eine ältere Frau, die in dem Durcheinander ihre Familie verloren hatte, habe zu weinen begonnen und alle hätten Angst gehabt. "Du konntest hören, wie in der Hitze die Autoreifen platzten", erzählte Andrade. "Es prasselte, aus allen Richtungen kam Rauch. Du konntest die Hitze fühlen. Wir haben nur abgewartet und gebetet."

Fernsehaufnahmen aus einem Hubschrauber zeigten, wie die Flammen ein Auto nach dem anderen erfassten. Die Feuerwehr versuchte, den Brand mit Löschhubschraubern zu stoppen. Dabei kamen ihr nach eigenen Angaben fünf Drohnen in die Quere, so dass die Helikopter warten mussten.

Schnellstraßen gesperrt

Die Behörden sperrten mehrere Schnellstraßen. Es kam zu kilometerlangen Staus. Hunderte Autofahrer entschieden sich, auf Nebenstraßen auszuweichen und den Flammen so zu entgehen.

Wegen der schweren Dürre in Kalifornien sind Waldbrände an der Tagesordnung. Dass dabei reihenweise Fahrzeuge vernichtet werden, kommt aber nur sehr selten vor.

(ap)
 
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