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30 Jahre nach dem Atom-GAU
Tschernobyl ist jetzt Biosphärenreservat

30 Jahre Tschernobyl - Eindrücke aus der Sperrzone
30 Jahre Tschernobyl - Eindrücke aus der Sperrzone FOTO: dpa, pil
Kiew. Gut 30 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl hat die Ukraine die 30-Kilometer-Schutzzone um den havarierten Reaktor in ein Biosphärenreservat umgewandelt.

Ein entsprechender Erlass von Staatschef Petro Poroschenko trat am Montag in Kraft, wie das Präsidialamt in Kiew mitteilte. Vorausgegangen waren Gesetzesnovellen, die den Bau von Windkraft- und Solaranlagen sowie wissenschaftliche Forschung in der rund 227.000 Hektar großen Region ermöglichen.

Die Natur erobert Tschernobyl zurück

In den 30 Jahren seit der Atomkatastrophe von Tschernobyl hat sich die Natur die Todeszone zurückerobert – überall wachsen Sträucher und Bäume, auch in Europa selten gewordene Tiere leben dort wieder.

Bären, Wölfe, Luchse und Elche – wer solche selten gewordenen Tiere sehen möchte, findet sie in Tschernobyl. "Als die Menschen gingen, kam die Natur", sagt Denis Wischnewski, der als Biologe im Sperrgebiet rund um den havarierten Reaktor arbeitet.

Wischnewski spricht von einer "Renaissance der Natur". Andere Wissenschaftler sind weniger euphorisch. "Natürlich breiten sich einige Tiere aus, wenn man ein Gebiet abschottet", sagt der Biowissenschaftler Tim Mousseau, der mit seinem Team seit Jahren die Artenvielfalt in Tschernobyl und neuerdings auch im japanischen Fukushima untersucht. Aber das dürfe nicht über die fatalen Folgen der Verstrahlung hinwegtäuschen, sagt er. "Selbst der Ruf des Kuckucks ist davon betroffen."

In Tschernobyl war es am 26. April 1986 bei einer Übung zu einem Super-GAU gekommen. Infolge der radioaktiven Strahlung mussten Zehntausende Menschen aus der Region umgesiedelt werden.

(dpa)
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