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Australia Tsunami Warning
  Foto: AP, AP
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Knapp ein Meter hohe Wellen an Küste: Tsunami erreicht Japan

zuletzt aktualisiert: 28.02.2010 - 08:18

Tokio (RPO). Knapp ein Meter hohe Tsunami-Wellen haben am Sonntag die Küste Japans erreicht. Im Hafen der Stadt Kujiko im Nordosten des Landes wurde eine 90 Zentimeter hohe Flutwelle registriert, teilte die japanische Wetterbehörde mit. Derweil wurde die nach dem Erdbeben in Chile ausgerufene Tsunami-Warnung für alle Länder außer Japan wieder aufgehoben.

Aus der japanischen Küstenstadt Nemuro im Nordosten der Insel Hokkaido waren mehrere kleinere Wellen gemeldet worden. Sie waren demnach rund 30 Zentimeter hoch. Die Behörden rechneten mit weiteren, viel höheren Wellen. Ministerpräsident Yukio Hatoyama rief die Bevölkerung zu Wachsamkeit auf. "Nähern Sie sich um keinen Preis der Küste", sagte er in einer Fernsehansprache. In der Vergangenheit hätten auch Wellen von weniger als zwei Metern Höhe schwere Schäden angerichtet. Aus Angst vor einem Tsunami brachten sich 70.000 Menschen aus den Küstenregionen in Sicherheit.

Die Behörden hatten knapp 250.000 Menschen entlang des Pazifik aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Einige Zugverbindungen wurden eingestellt, Autobahnen für den Verkehr gesperrt.

Tsunami auch in Russland zu spüren

Auch in der ostrussischen Region Kamtschatka war der Tsunami zu spüren. Eine Reihe von Wellen mit bis zu 80 Zentimetern Höhe sei registriert worden, sagte eine Sprecherin des Katastrophenschutzministeriums. Über Schäden sei nichts bekannt. Die Tsunami-Warnung sei aufgehoben worden.

In Neuseeland schwappte die Welle  am Sonntagmorgen in einer Höhe von 1,5 Metern an die Chatham-Inseln, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte. Die Inseln liegen rund 800 Kilometer östlich der Hauptstadt Wellington. "Dies sind die ersten Wellen. Weitere größere Wellen könnten in den nächsten sechs bis zwölf Stunden folgen", hieß es in einer Pressemitteilung des Zivilschutzministeriums.

Aus dem Pazifikstaat Tonga wurde eine zwei Meter hohe Flutwelle gemeldet, Hinweise auf Schäden lagen nach Behördenangaben zunächst nicht vor. Auf Samoa blieb der befürchtete Tsunami offenbar aus. Dort waren vor fünf Monaten bei einer Flutwelle 183 Menschen ums Leben gekommen. In Australien verzeichnete die Meteorologische Behörde einen 50 Zentimeter hohen Tsunami auf der Norfolk-Insel, auf den neuseeländischen Chatham-Inseln wurde am Sonntag eine zwei Meter hohe Welle gemeldet. Berichte über Schäden lagen nicht vor.

Glimpflicher Verlauf auf Hawaii

Erleichterung auch in Hawaii: Der befürchtete Tsunami ist auf den zu den USA gehörenden Urlaubsinseln im Pazifik glimpflich verlaufen. Mehrere Flutwellen erreichten Hawaii 16 Stunden nach dem Beben im Abstand von etwa 20 Minuten. Nahe der Stadt Hilo auf der Insel Hawaii wurde eine 1,7 Meter hohe Welle gemessen, auf der Insel Maui waren einige Wellen bis zu zwei Meter hoch. Gouverneurin Linda Lingle erklärte, Berichte über Schäden oder Verletzte lägen nicht vor.

Die Menschen der Insel waren am Samstag mit Sirenen und aus Flugzeugen heraus vor dem Tsunami gewarnt worden. Bewohner wurden angewiesen, sich in höhere Gebiete in Sicherheit zu bringen. Die Marine verlegte eine Fregatte, drei Zerstörer und zwei kleinere Schiffe aus Pearl Harbor auf offene See, um der möglichen Wucht eines Tsunamis zu entgehen. Die beliebten Strände waren verwaist, Luxusvillen in Küstennähe wurden evakuiert, Läden in der Touristenhochburg Waikiki auf Oahu waren geschlossen. Zahlreiche Bewohner deckten sich mit Lebensmitteln und Benzin ein.

Bis zum Nachmittag wurde der Alarm wieder aufgehoben. "Wir sind noch einmal davongekommen", sagte Gerard Fryer, Geophysiker am Pazifischen Tsunami-Warnzentrum in Hawaii. "Wir hatten höhere Wellen erwartet, vielleicht 50 Prozent größer als sie dann tatsächlich waren."

Die Tsunami-Wellen waren durch ein Erdbeben vor der chilenischen Pazifikküste am Samstag ausgelöst worden. Bei dem Beben der Stärke 8,8 kamen mehr als 300 Menschen ums Leben. Das US-Tsunami-Warnzentrum gab daraufhin Flutwellen-Alarm für 50 Länder und Regionen im Pazifik heraus.

Quelle: AFP/apd/RTR/das

 
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