Südpazifik: Tsunami fordert 15 Menschenleben
zuletzt aktualisiert: 02.04.2007 - 12:21Honiara (RPO). Der Südpazifik ist in der Nacht zum Montag von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Das Beben verursachte einen Tsunami. Meterhohe Wellen trafen die Westküste der Salomonen-Inseln. Neuesten Meldungen zufolge kamen 15 Menschen ums Leben. Deutsche Touristen sollen nicht darunter sein.
Mindestens eine Ortschaft wurde zerstört. Auslöser der meterhohen Flutwellen war ein Erdbeben der Stärke 8,0. Die meisten Länder in der Region gaben eine Tsunami-Warnung heraus, an der Ostküste von Australien wurden die Strände gesperrt.
Ein Augenzeuge in Gizo, das nur rund 40 Kilometer vom Epizentrum entfernt lag, sprach von einer rund drei Meter hohen Welle. Einige Gebäude seien komplett eingestürzt, Boote seien von der Küste weg ins Inselinnere gespült worden, berichtete Danny Kennedy. Seine Tochter sagte, noch Stunden nach dem ersten schweren Erdstoß habe es Nachbeben gegeben. In Gizo herrsche ein großes Durcheinander. "Viele Häuser sind zerstört", sagte Judith Kennedy.
Wie viele Menschen bei dem Tsunami ums Leben kamen, war zunächst unklar. Eine Sprecherin des Krisenstabs in Honiara, der Hauptstadt der Salomonen, sprach von mindestens drei bestätigten Toten, die Polizei von mindestens vier. "Unser größtes Problem ist die Kommunikation", sagte Polizeisprecher Mick Spinks.
Die US-Erdbebenwarte registrierte das Beben um 07:39 Uhr Ortszeit (Sonntag, 22:39 Uhr MESZ). Das Epizentrum lag rund zehn Kilometer unter dem Meeresboden, etwa 350 Kilometer nordwestlich von Honiara. Die Tsunami-Warnung, die auch für Papua-Neuguinea galt, wurde nach wenigen Stunden aufgehoben. In Papua-Neuguinea waren aber ersten Angaben zufolge keine größeren Schäden zu verzeichnen, wie Minister Peter Barter sagte.
Die australischen Behörden sperrten vorsorglich alle Strände an der Ostküste. Fährverbindungen wurden eingestellt.
Unter den Todesopfern des Tsunamis auf den Salomonen sind nach einer ersten Einschätzung des Deutschen Reiseverbandes (DRV) keine deutschen Touristen. Die Tourismusbranche auf den Salomonen sei nicht sehr ausgeprägt, teilte der DRV am Montag mit. Deshalb seien die Inseln im Südpazifik für die meisten deutschen Urlauber uninteressant. Im vergangenen Jahr hätten nur 32 Deutsche den Inselstaat meist aus familiären oder geschäftlichen Gründen bereist.
In der Fotostrecke links erhalten Sie einen Überblick über die Folgen der verheerenden Tsunami-Katastrophe 2004, bei der mehr als 230.000 Menschen starben.
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